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Eschede 30.000 Weihnachtsbäume werden in Rebberlah auf großen Auftritt vorbereitet
Celler Land Eschede 30.000 Weihnachtsbäume werden in Rebberlah auf großen Auftritt vorbereitet
21:05 12.11.2014
Der Netzertrupp macht aus jedem Weihnachtsbaum ein handliches Paket. Quelle: Joachim Gries
Rebberlah

In 41 Tagen ist Heiligabend, die Weihnachtsbaumernte ist in vollem Gang. Allein bei Rebberlah sägt die Firma Hellwinkel aus Soltau-Bassel in diesem Jahr rund 30.000 Nordmanntannen. Lastwagenweise werden die Weihnachtbäume abtransportiert, Abnehmer sind Bau- und Gartenmärkte.

Im August kamen die Käufer der Firmen und sahen sich die Bäume an. Seither tragen die Tannen Etiketten. „Viele Kunden kennen uns seit Jahren und sagen nur, welche Qualitäten und Mengen sie haben wollen. Wir übernehmen dann die Etikettierung“, erläutert Frank Müller. Er ist bei Hellwinkel eigentlich für den Fuhrpark zuständig, zu dem rund 50 Fahrzeuge zählen, darunter drei große Lastzüge. Einen hat er gerade mit dem Teleskoplader beladen, unter der Plane stehen jetzt zehn Paletten mit je 120 Nordmanntannen.

Auf 60 Hektar hat die Firma Hellwinkel bei Rebberlah Nordmanntannen angepflanzt. Mit den Flächen bei Soltau wachsen nach Angaben von Firmenchef Kai Hellwinkel auf rund 300 Hektar Weihnachtbäume heran. Drei Jahre waren die Pflanzen alt, als sie gesetzt wurden. Jetzt sind Rebberlaher Weihnachtsbäume acht Jahre alt, zwei bis drei Jahre lang wird geerntet.

Und obwohl schon tausende Bäume fehlen, sind auf den Rebberlaher Flächen kaum Lücken zu erkennen. Nicht jede Tanne hat das Zeug zum Weihnachtsbaum. Speziell die Nordmanntanne ist durch Fröste im Frühjahr gefährdet. Dann werden die Spitzen der Zweige braun – keine Chance, am Heiligabend in der guten Stube zu stehen. Oder die Spitze bricht ab, das beendet die Weihnachtsbaumkarriere. So ein Baum kann allenfalls noch Schnittgrün liefern. Für Schnittgrün hat Hellwinkel bei Rebberlah auch noch zwei Flächen, auf denen Weymouthkiefern wachsen.

Erst kommt die Sägertruppe, zwei Männer, die die Tannen kurz über dem Erdboden abschneiden. Zwei „Zieher“ ziehen die Bäume dann an die Fahrspuren. Als nächstes tritt der Netzertrupp in Aktion: Ein Trecker mit Anbaugerät fährt rückwärts duch die Fahrspur, ein Mann fädelt den Baum in einen Trichter, und während die Maschine den Baum einzieht, wird ihm ein dünnes Netz übergezogen, das die Zweige dicht an den Stamm legt. Handarbeit ist auch bei den Palettierern angesagt. Wieder befährt ein Trecker mit Anbaugerät die Fahrspur: Ein Mann legt jeden verpackten Baum auf eine Art Fahrstuhl, er wird nach oben gezogen und von einem weiteren Mitarbeiter sauber auf der Palette abgelegt.

Gut 30 Mitarbeiter waren anfangs in Rebberlah im Ernteeinsatz, am Dienstag waren es noch 20. Viele Handgriffe werden auch künftig von Menschen gemacht werden müssen. Zwar hat auch die Firma Hellwinkel einen in der Breite verstellbaren Portalschlepper eines dänischen Herstellers im Einsatz, der zwischen den Bäumen hindurchfahren kann und sie auf Knopfdruck absägt, aber der Rest ist Handarbeit.

Sind die Flächen abgeerntet, wird das ganze Areal gemulcht. Dabei gehen auch die Bäume unter, die es nicht zum Weihnachtsbaum oder zum Schnittgrün geschafft haben. Dann wird gefräst und der Boden für den nächsten Weihnachtsbaumanbau vorbereitet. „Eine Fruchfolge muss nicht eingehalten werden“, sagt Müller.

Dass schon jetzt geerntet wird, macht nach Müllers Angaben keine Probleme. Es komme auf die richtige Lagerung an. Problematisch sei es nur, wenn lange vor dem Sägen Trockenheit geherrscht habe. Das derzeitige Erntewetter nennt der 38-Jährige ideal. Schwierig werde es, wenn die geschnittenen Bäume unter einer Schneeschicht liegen. „Dann muss man jeden Baum abschütteln, weil kein Etikett zu erkennen ist“, sagt Müller.

Von Joachim Gries