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Eschede 300 Jahr Kirche Eschede: Der Film
Celler Land Eschede 300 Jahr Kirche Eschede: Der Film
17:22 18.04.2013
Vorbesprechung in der Escheder Kirche mit (von links) Küster Reinhard Graffunder, Hans Türschmann, Klaus Drögemüller und Thorsten Heinze sowie Ulrich Willier auf der Kanzel. Quelle: Joachim Gries
Eschede

300 Jahre alt wird die Escheder Johanniskirche in diesem Jahr. Die ersten Veranstaltungen haben in diesem Zusammenhang schon stattgefunden. Den Höhepunkt bildet eine Festwoche Anfang September, die mit einem Gottesdienst mit Landesbischof Ralf Meister eingeleitet wird. Dann soll auch ein Film fertig sein, der über die 300jährige Geschichte des Gotteshauses hinaus auch die Themenfelder Christianisierung und Siedlungsgeschichte berühren wird.

Seit Januar recherchieren Hans Türschmann aus Endeholz und Klaus Drögemüller aus Scharnhorst für den Film, ein grobes Drehbuch existiert bereit. Drehen soll den Film die Medienwerkstatt Isenhagener Land aus Hankensbüttel. Am Mittwoch kamen Ulrich Willier und Thorsten Heinze von der Medienwerkstatt zu ersten Absprachen mit den beiden Heimatforschern in der Escheder Kirche zusammen. Ganz fremd ist den beiden Menschen vom Film das Thema nicht, denn die Ursprünge der Medienwerkstatt liegen in der Videoinitiative Eschede, die Ende der 1980er Jahre existierte, zudem stammt Heinze aus Eschede.

„Mit einem Film können wir mehr darstellen als mit einer schriftlichen Chronik“, ist Drögemüller überzeugt. Er hat schon mehrere Filme in Eigenregie verwirklicht und will auch bei diesem Projekt die Geschichte mit Videotechnik plausibler machen und vor allem die jüngere Generation ansprechen. Ausgangspunkt ist die Chronik der Escheder Kirche, die der damalige Pastor Joachim Görke Ende der 1960er Jahre verfasste. Ergänzend soll ein Autorenteam einzelne Aspekte vertiefen. So soll der Celler Pastor Andreas Flick als Hugenotten-Experte die Bedeutung des 1742 verstorbenen Infanterie-Generals Georg Ernst von Melvill erläutern, dessen Epitaph eine Kirchenwand schmückt. Drögemüllers Sohn Eike wird die Schulgeschichte zuliefern, die eng mit der der Kirche verknüpft ist.

Der Film wird auch auf die Geschichte des Theibergs eingehen, auf dem die Kirche einst mitten im alten Escheder Ortskern stand. Was war hier in vorchristlicher Zeit, was hatte Karl der Große mit der Christianisierung im Celler Land zu tun – auch darauf sollen vorsichtige Antworten gewagt werden. Zahlreiche Details haben Türschmann und Drögemüller in den Kirchenbüchern bereits aufgestöbert, etwa über den Glockenkolk, an dem heute die Schulen stehen. Oder über die erste Kirchenglocke, die noch heute in Unterlüß zu hören ist.

Zwei Bilder haben die Autoren bisher vergeblich gesucht: vom Pfarrhof, der einst dort stand, wo sich heute das Christophorushaus befindet. Das Gebäude wurde bis zum Abriss von Hermann Willert bewohnt. Und von Pastor August Rose, der von Ende 1921 bis Februar 1934 Escheder Seelsorger war. Wer helfen kann, meldet sich im Pfarrbüro Eschede, ☏ (05142) 685.

Von Joachim Gries