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Eschede "A Love Electric" rocken Scharnhorst
Celler Land Eschede "A Love Electric" rocken Scharnhorst
17:19 15.03.2017
Sänger und Gitarrist Todd Clouser (links), Schlagzeuger Hernan Hecht und Bassist Aaron Cruz (kleines Foto) sind mit ihrer Band "A Love Electric" international erfolgreich. In Scharnhorst kamen Besucher in den Genuss eines Konzertes.
Scharnhorst

Kaum begannen die Musiker nach einer nicht enden wollenden Einleitung des Veranstalters und wenig begeisternden Rockklängen aus der Gegend ihre Instrumente zu bedienen, war klar: Das sind Könner ihres Fachs. Und: Die sind kreativ vom ersten bis zum letzten Ton. Diese Band nach ihren Auftritten in Prag und Hamburg und vor der Weiterreise nach Slowenien und in die USA in der Südheide zu hören, das schien den Besuchern geradezu unwirklich. „A Love Electric“ hat auf ganzer Linie überzeugt.

Todd Clouser als Bandleader, Gitarrist, Sänger und Songschreiber ist ein vielseitiges Talent. Seine Stücke wirken wie gerade erfunden –sind es möglicherweise auch zu einem gewissen Teil –, denn seine beiden Kollegen Aaron Cruz am Bass und Hernan Hecht am Schlagzeug scheinen traumwandlerisch sicher auf einander eingespielt zu sein. Sie reagieren auf die Töne des jeweils anderen und schaffen so in jedem Moment Neues und oftmals Unerwartetes. Ihre Musik zwischen allerlei Rockstilen, aber durchaus auch mit Hip-Hop- und Jazz-Elementen wirkte im atmosphärisch ungemein reizvollen Ambiente des alten Scharnhorster Dorfgasthauses wie ein Geschenk aus einer anderen Welt.

Und das Tollste: Die einheimische Besucher ließen sich voll und ganz auf das ein, was sie da erlebten und verfolgten auch die langatmigen, aber inhaltlich durchaus sehr interessanten Ausführungen am Anfang des Konzerts mit Aufmerksamkeit. Und so konnte man erfahren, dass es nicht nur im klassischen Bereich die großen, gelungenen sozialen Musikprojekte gibt, die so viele arme Menschen zu Musikanten gemacht und so namhafte Musiker wie beispielsweise Gustavo Dudamel hervorgebracht haben, sondern dass Ähnliches auch im Bereich des Rock, des Jazz und der Volksmusik geschieht. Unter anderem eben durch diese Gruppe, die das meiste ihres auf der ganzen Welt eingespielten Geldes dafür wieder ausgibt.

Wenngleich die vor dem Konzert gezeigten Filmdokumente höchstens einmal in den musikalischen Passagen eine Aussagekraft hatten, aufschlussreich waren sie allemal. Man kann sich nur wünschen, dass diese Gruppe bald wieder in die Region kommt. Und dann wirklich einen ganzen Abend lang spielt, nicht nur so kurz wie dieses Mal.

Von Reinald Hanke