Abfallzweckverband Celle verschickt fehlerhafte Schreiben
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Eschede Abfallzweckverband Celle verschickt fehlerhafte Schreiben
Celler Land Eschede Abfallzweckverband Celle verschickt fehlerhafte Schreiben
17:11 17.12.2013
Eines der beiden Schreiben, die Hans-Jürgen Gese vom Zweckverband Abfallwirtschaft erhielt, ist nicht - korrekt und damit für die Tonne. Quelle: Joachim Gries
Eschede

Als er aber ein zweites Schreiben vom gleichen Absender erhielt, das als Objektadresse den Koppelweg in Langlingen nannte, fand er das komisch. Dort hatte er noch nie ein Grundstück besessen, geschweige denn eine Mülltonne leeren lassen. Gese wandte sich telefonisch an den Zweckverband, nachdem er die Warteschleife überwunden hatte, stieß er mit seinem Anliegen nicht gerade auf offene Ohren. Er sei nicht der einzige, dem ein fehlerhaftes Schreiben zugestellt worden sei, erfuhr er von seinem Gesprächspartner.

In Ordnung fand Gese diese Auskunft nicht, denn die Schreiben tragen auf der Rückseite die IBAN- und BIC-Nummer, somit seine Kontodaten. Seine Befürchtung: Auf diese Weise könnten andere Kunden des Zweckverbands seine Bankverbindung erfahren.

Das schließt Thomas Helms aus. "Das ist keine datenschutzrechtliche Panne", sagt der Chef der Datenverarbeitung beim Zweckverband. Die beauftragte Softwarefirma habe einen Fehler gemacht. Sie sollte aus den Vorausleistungsschreiben für 2013 die sogenannten Mandate erzielen, die jetzt den Kunden zugestellt wurden. Entgegen der Absprache griff die Firma aber auf eine andere Datenbasis und damit auf Angaben zurück, die für dieses Verfahren irrelevant waren. Das fehlerhafte Schreiben an Gese sei "ein ziemlicher Exot", sagt Helms.

Nur durch die erste Ziffern der Objektnummer und die 14. Ziffer in der 23-stelligen Mandatsreferenznummer unterscheiden sich die beiden Schreiben an Gese. Darin ist die Adresse der Liegenschaft codiert. Zwei Stellen entscheiden, ob es sich um Langlingen oder um Eschede handelt. Und wie von Zauberhand wurde das Grundstück am Koppelweg in Langlingen zum Grundstück von Gese in Eschede. Vermutlich sei der Fehler schon bei der Überleitung der Daten vom Landkreis Celle an den Zweckverband 1994 vorhanden gewesen, mutmaßt der EDV-Experte.

Insgesamt sind laut Helms etwa 1000 fehlerhafte Schreiben an die Kunden rausgeschickt worden. "Wir überlegen noch, wie wir damit genau umgehen", sagt er auf die Frage nach einem möglichen Korrekturschreiben. Die Softwarefirma, die auf die falschen Daten zurückgriff, hat nach seinen Angaben vom Zweckverband inzwischen einen intensiven Schriftverkehr erhalten.

Von Joachim Gries