Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Eschede Andrea Röpke beleuchtet gewaltbereite rechte Sezene
Celler Land Eschede Andrea Röpke beleuchtet gewaltbereite rechte Sezene
16:54 06.02.2014
Andrea Röpke informierte in Eschede über rechte Gewalt in Deutschland. Quelle: Joachim Gries
Eschede

Gut 60 Zuhörer verfolgten die Veranstaltung, die vom Arbeitskreis für Demokratie und Menschenrechte Eschede ausgerichtet wurde.

"Blut und Ehre" lautet der Titel eines Buchs, das Röpke zusammen mit ihrem Kollegen Andreas Speit herausgegeben hat. Darin zeichnen die Autoren die Geschichte rechter Gewalt, die in der noch jungen Bundesrepublik einsetzte und ihre gewalttätigen Höhepunkte in den Brandanschlägen von Mölln, Solingen und Lübeck sowie in den Morden des NSU fanden. Immer wieder hätten die Sicherheitsbehörden rechtsextremistische Gewalttaten einzelnen Personen oder kleinen Gruppen zugeschrieben, aber nie nach Netzwerken gesucht.

Etwa nach dem Bombenanschlag auf das Münchner Oktoberfest am 26. September 1980, bei dem neben dem Attentäter Gundolf Köhler zwölf Menschen starben und über 200 zum Teil schwer verletzt wurden. Obwohl bekannt war, dass Köhler an Übungen der Wehrsportgruppe Hoffmann teilgenommen hatte, wurde diese Spur nicht verfolgt. Röpke bezeichnete es als einen der größten Skandale in der Bundesrepublik, dass dieser Anschlag auf einen Einzeltäter zurückgeführt wurde. Pikantes Detail am Rande: Eine abgerissene Hand, die nach der Explosion gefunden worden war, konnte keinen der Opfer zugeordnet werden. Sie wurde 17 Jahre später mit weiteren Asservaten vernichtet.

Beate Zschäpe als überlebendes Mitglied des NSU-Trios hatte 1997 an den 7. Hetendorfer Tagungswochen des Neonazi-Anwalts Jürgen Rieger teilgenommen. Das erwähnte Röpke ebenso wie die Tatsache, dass sich Riegers Artgemeinschaft ehemalige Angehörige des rechtsextremen Netzwerks Blood and Honour zugewandt hatten, das im Jahr 2000 verboten worden war. Von dort seien einige weiter zu den Hells Angels gelangt. Auch das hat einen aktuellen Celle-Bezug, seit bekannt ist, dass die Hells Angels an der Dasselsbrucher Straße einen gastronomischen Betrieb gepachtet haben.

Von Joachim Gries