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Eschede "Angemessene Lösung" für Eschedes Bahnhof gesucht
Celler Land Eschede "Angemessene Lösung" für Eschedes Bahnhof gesucht
16:49 18.07.2017
Überhaupt nicht barrierefrei: Der Bahnhof Eschede. Quelle: Archiv
Eschede

Die Eschederin Krüger pflichtet Kallert bei, "wie beschwerlich es für eingeschränkt bewegliche Menschen ist, eine Zugfahrt von und zu einem nicht behindertengerecht ausgestatteten Bahnhof zu unternehmen". Bei ihrem Umzug von Hannover nach Eschede vor rund 13 Jahren war für Krüger ein fußläufig erreichbarer Bahnhof ein wichtiges Kriterium gewesen – um ohne Auto beispielsweise nach Celle fahren zu können. Als sie aus gesundheitlichen Gründen tatsächlich auf die Bahn angewiesen war, wurde sie sich der nicht behindertengerechten Bahnhofsgestaltung bewusst.

Im Gegensatz zum Unterlüßer Bahnhof ist in Eschede nicht die Deutsche Bahn, sondern die Kommune verantwortlich. Der Gemeinde gehören Bahnhof und Gleisunterquerung, bei einem barrierefreien Ausbau müsste sie die Kosten tragen. Eschedes Bürgermeister Günter Berg kennt das Problem, sagt aber auch: "Eschedes Bahnhof ist nicht vergleichbar mit einem Bahnhof, bei dem es gar nichts gibt." Der Hintergrund: Beide Bahnsteige sind auf ihrer jeweiligen Seite barrierefrei, allerdings fehlt ein behindertengerechtes Verbindungsstück.

Die Verwaltung arbeitet an einer Lösung. "Wir haben das Problem erkannt", sagt Berg. "Wir müssen versuchen, eine angemessene Lösung anzubieten." Um Barrierefreiheit herzustellen, gibt es nach Bergs Ansicht nur zwei Möglichkeiten: Aufzüge, die teuer seien und mit hohem Wartungsbedarf einhergehen würden, oder ein Tunnel, dessen Umsetzung sehr aufwändig und kaum machbar sein dürfte – die Zugänge würden kilometerweit auseinander liegen, damit das Gefälle der Rampen nicht zu steil wäre.

Vorstellbar ist laut Berg, dass Taxis bei Bedarf den Weg über Bergener Straße, Landesstraße 281 und Hermannsburger Straße nehmen und mobil eingeschränkte Fahrgäste zur anderen Gleisseite bringen. Der Ortsrat Eschede hat kürzlich eine günstige Übergangslösung empfohlen: Schilder, die auf die besondere Situation am Bahnhof hinweisen – bis es eine Lösung gibt.

Von Amelie Thiemann