Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Eschede Anlieger haben die Sperren langsam satt
Celler Land Eschede Anlieger haben die Sperren langsam satt
17:01 24.08.2010
Der Escheder Hans-Jürgen Gese muss immer wieder an den Sperren der Polizei warten. Quelle: nicht zugewiesen
Eschede

Sie müssen Umwege fahren und mit Verzögerungen rechnen. Besonders betroffen sind Anlieger des Sackgassenstücks der Hermannsburger Straße zwischen Landesstraße und Bahn.

Neun Mal wurde der Escheder Hans-Jürgen Gese von der Hermannsburger Straße allein 2009 an den Sperren kontrolliert. Allmählich reicht es ihm. Als er am Sonnabend vom Einkauf zurückkam, musste er an der Sperre halten, und seine Papiere zeigen. Den Führerschein hatte er nicht dabei, mit seinem Personalausweis wies er nach, wer er ist und wo er hin wollte. „Die schauten ins Auto, ich kam mir vor wie ein Verbrecher“, sagt der ehemalige Förster. Als er seinen Unmut äußerte, habe ihm ein Beamter im rüden Ton bedeutet, dass man sein Fahrzeug auch festsetzen könne, so Gese.

Dann durfte er weiter bis zur nächsten Sperre. Hier sprach ihn eine Polizistin mit Namen an, seine Personalien waren wohl per Funk weitergeleitet worden waren. Erneut musste er warten und wurde kontrolliert. „Ich hab hier noch keinen gehört, der nicht frustriert ist“, fasst Gese die Stimmung seiner Nachbarn zusammen. Rund 20 Grundstücke liegen an der Sackgasse, darunter ein landwirtschaftlicher Betrieb.

Warum kontrolliert die Polizei die Nazis nicht am Finkenberg?“, fragt Gese. Dann hätte der Verkehr auf der Hermannsburger Straße freie Fahrt. „Wurde in der Einsatzbesprechung thematisiert, sagt Polizeisprecher Guido Koch. In den Weg gäbe es aber nicht genügend Platz für die Kontrollen, bei einem Rückstau auf die Landesstraße würde dann gar nichts mehr gehen, sagt Koch.

Er habe ein gewisses Verständnis für den Frust, der sich sicherlich über die Monate aufgebaut habe, sagt der Pressesprecher. Er will nicht ausschließen, dass bei der Polizei über eine Passierscheinregelung für die Anwohner nachgedacht werde.

Von Joachim Gries