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Eschede Arno Rienass schwärmt für flotte Käfer
Celler Land Eschede Arno Rienass schwärmt für flotte Käfer
20:01 21.03.2017
Von Christian Link
Arno Rienass ist mit einerSonderausstellung mit 650 VW-Käfer-Modellen zu Gast in den Spielzeugstuben Eschede. Quelle: Christian Link
Eschede

„Meinen ersten VW-Käfer habe ich 1962 gekauft – auf Raten“, erzählt der 75-Jährige aus Eschede. Für das vier Jahre alte Auto mit allen Extras und Sitzbezügen in Leopardenfell-Optik musste der frisch gebackene Führerscheinbesitzer damals stolze 3200 Deutsche Mark bezahlen. Für einen Azubi sei das eine enorme Summe gewesen. „Ich hatte ja gerade angefangen als Bäcker und der erste Gesellenlohn lag bei 50 Mark“, sagt Rienass.

Inzwischen besitzt er rund 750 VW-Käfer, von denen der teuerste allerdings nur 35 Euro gekostet hat. 650 dieser Miniaturen in den unterschiedlichsten Größen, Farben und Ausführungen sind bis September in einer Sonderausstellung bei Markmanns Spielzeugstuben zu sehen. „Zu Hause habe ich noch um die 100 weitere, die ich hier nicht untergekriegt habe“, erzählt der Sammler. Den Großteil der Modellautos hat er zwischen 1970 und 2000 zusammengetragen. „Als mein Sohn fünf war, haben wir angefangen über die Flohmärkte zu ziehen und ich habe fast jeden Käfer gekauft, den ich gesehen habe“, berichtet Rienass.

In Unkosten habe sich Rienass aber nie gestürzt. Selbst für sein Lieblingsstück – einen Käfer mit Uhr und Bayern-München-Logo, der Rock‘n‘Roll-Songs von Elvis-Presley wiedergibt – feilschte er bei eineCm Flohmarkthändler um jeden Cent. „Es ging bei 60 Euro los und dann habe ich gehandelt und gehandelt und gehandelt“, erzählt der Bayern-Fan. Bezahlt habe er 30 Euro.

Das jüngste und vorerst letzte Stück seiner Sammlung ist dagegen ein Geschenk: Den grünen Käfer mit Digitaluhr und MP3-Wiedergabe überreichte ihm seine Schwiegertochter zum 75. Geburtstag. „Die Freude war groß“, sagt Rienass und drückt den Wiedergabeknopf, woraufhin lautstark ein Lied der Schlagerband Die Amigos ertönt. „Die Jungs sind einfach fantastisch, ich habe noch kein Konzert von denen hier in der Gegend verpasst“, sagt er.

Seine Leidenschaft kann er schwer in Wort fassen: „Vom Käfer kommt man nicht los, das ist einfach so.“ Die Form und das Fahrverhalten seien eben einzigartig. Drei Käfer fuhr er im Laufe seines Lebens. Nachdem die Produktion 2003 eingestellt wurde, stieg er allerdings notgedrungen um. „Als Zweitwagen wäre ein Käfer super, aber ein armer Rentner kann sich das nicht leisten“, sagt Rienass.

„Käfer sind etwas ganz Tolles, aber die Nummer eins ist immer noch meine Frau Ulla“, sagt er. Gegen seine Sammelleidenschaft habe sie nichts einzuwenden – im Gegenteil. „Sie hat zu Hause ganz viele Enten, die stehen bei uns in allen Räumen herum“, erzählt ihr Ehemann und schätzt die Zahl der kleinen Citroën-2CV-Modelle auf 150 bis 200 Stück. „Eigentlich kann sie die auch einmal ausstellen“, findet er. (cli)