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Eschede Beim „Nein-Gefühl“ sollen Kinder deutlich nein sagen
Celler Land Eschede Beim „Nein-Gefühl“ sollen Kinder deutlich nein sagen
14:22 18.02.2010
Cord Gerdes und Frouwa Kebschull begrüßten vor dem Stück die Schüler. Das erzeugte ein positives Ja-Gefühl. Quelle: Joachim Gries
Eschede

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ESCHEDE. Doch es gibt auch Situationen, die sie eigentlich nicht mögen. „Wenn mich mein Bruder ärgert“, „wenn meine Mama was nicht erlaubt“, „wenn mich andere auslachen“, „wenn mir ein fremder Mensch zu nahe kommt“. Diese und weitere Beispiele zählten sie auf, als Frouwa Kebschull und Cord Gerdes danach fragten.

„Es ist wichtig, nein zu sagen, wenn man ein Nein-Gefühl hat“, machten die beiden Schauspieler den Schüler mit Nachdruck klar. Und „wenn man nein sagt, fühlt man sich besser“. Mit der ersten Strophe eines Lieds und in drei einfachen Spielszenen machten die beiden ohne aufwendige Requisiten deutlich, worum es ihnen ging: „Niemand kennt deinen Körper und dein Gefühl so gut wie du.“ Und wenn ein Fremder im Bus plötzlich den Arm um einen legt, dann ist ein klares Nein angesagt.

Dass ein nein nicht immer einfach auszusprechen ist, weil es sich gegen jemand aus der Familie oder aus dem Freundeskreis richtet, und weil man dann Angst vor einer falschen Reaktion haben muss, auch das sprachen Kebschull und Gerdes an. Ihr Rat an die Kinder: Mit einem Menschen drüber sprechen, zu dem man Vertrauen hat.

Das Stück „Mein Körper gehört mir“ der Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück richtet sich an Schüler der Klassen 3 und 4. Es besteht aus drei Auftritten. Mittwoch kommender und übernächster Woche treten die beiden Schauspieler wieder vor ihrem Publikum in Eschede auf. Dann werden von dem Lied, das mit den Zeilen „Mein Körper springt lustig umher, fliegt durch die Luft, denn das ist nicht schwer" beginnt, die beiden anderen Strophen einstudiert und es gibt weitere Spielszenen, die sich dem Thema sexueller Missbrauch weiter nähern. Ziel ist es, Kinder zu sensibilisieren und zu stärken.

Dass gerade die Spielszenen die Kinder ansprachen, machten Malina und Lenard deutlich, die in die Rolle von Kebschull und Gerdes schlüpften. Und auch anschließend im Unterricht mit Lehrerin Lena Marwede wurde Szenen nachgespielt und neue ausprobiert. Erik nahm aus dem Stück mit: „Wenn mich jemand angrabbelt, muss ich vernünftig sagen, dass ich das nicht will.“

Von Joachim Gries