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Eschede Bereichernder Besuch im Eldinger Kindergarten Eschennest
Celler Land Eschede Bereichernder Besuch im Eldinger Kindergarten Eschennest
19:25 08.12.2017
Von Audrey-Lynn Struck
Drei Teilnehmer des Berufsbildungsbereiches der Werk- und Lebensgemeinschaft in Dalle waren gestern zu Besuch im "Eschennest".Leony Pirch unterstützte die Kindergartenkinder Delana (links) und Maya (rechts) in der Kita Eschede beim Bemalen von Holzblumen. Quelle: Oliver Knoblich
Eschede

An einer Station brachte der 34-jährige Jens Haye zwei Kindern das Weben bei. Konzentriert waren Silas und Andreas, beide aus der Zwergengruppe, bei der Arbeit. "Mein Sitzkissen ist für den Weihnachtsmann", erzählte Silas. Nachdem er sich die Farben ausgesucht und mit dem Weben angefangen hatte, hieß es vor allem eins: geduldig sein. "Das dauert schon ein bisschen und ist sehr schwierig. Aber ich kriege das hin", so der Fünfjährige.

Während die Jungs webten, malten einige Mädchen Holzblumen an. "Ich bin schon ganz lange im Kindergarten, aber so etwas gab es noch nicht. Das macht Spaß", freute sich die fünfjährige Delana. Auch für Maya war der gestrige Tag eine Premiere. "Meine rote Blume schenke ich meinen Eltern zu Weihnachten. Rot ist ihre Lieblingsfarbe", erzählte die Vierjährige. Während für Teilnehmer Sven Forchert die Arbeit mit den Kindern nicht ganz das Richtige war, ging die 22-jährige Leony Pirch in ihrer Arbeit mit den Mädchen total auf. "Die Kinder sind so offen. Da geht mir richtig das Herz auf", sagte Pirch.

Seit fast zwei Jahren besucht die 22-Jährige den Berufsbildungsbereich. Er bildet den Übergang von Schule zur Arbeit in die Werkstatt. Anschließend wird sie sich für einen der sechs Werkstattbereiche entscheiden, in dem sie arbeiten möchte. "Es wäre aber auch schön, Kindergärtnerin zu werden", so Pirch. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. "Unser Auftrag als Sozialarbeiter ist es, unsere Teilnehmer in die normale Arbeitswelt zu bringen. Realistisch schaffen es aber leider nur zwei Prozent", sagte Bakeberg. Die Idee, die Teilnehmer des Berufsbildungsbereiches in den Kindergarten zu bringen, könnte ein erster Schritt in die richtige Richtung sein. Pirch hat dadurch gemerkt, dass ihr die Arbeit mit Kindern gut liegt.

"Ich hoffe sehr, dass wir die Kooperation auch langfristig gestalten können", so Kindergarten-Leiterin Renate Stauche. Sie habe bereits mit dem Kindergarten „Villa Kunterbunt“ in Höfer gesprochen, wo man ebenfalls total begeistert von der Idee sei. Das klingt wie Musik in Bakebergs Ohren. "Die Behinderten und die anderen Menschen bereichern sich gegenseitig. Heute waren unsere mal die Kompetenzträger und haben die Kinder gelehrt", so die Bildungsbegleiterin. (als)