Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Eschede Bildung ist für Helene Brinken aus Marwede der Weg aus der Armut
Celler Land Eschede Bildung ist für Helene Brinken aus Marwede der Weg aus der Armut
21:18 04.07.2014
Helene Brinken informierte sich in Addis Abeba über Schulprojekte. Quelle: Joachim Gries
Marwede

Die meisten Mitglieder waren junge Menschen aus verschiedenen Staaten Afrikas, aus Ägypten oder Tansania, aus Liberia oder dem Südsudan; Brinken, die aus Marwede stammt und in Hildesheim studiert, war eine von drei Vertretern aus Europa. Sie ist in Deutschland Jugendvertreterin der Kinderhilfsorganisation Plan International. Ihre afrikanischen Mitstreiter sind an Projekten von Plan beteiligt.

In einem Workshop wurde der "Tag des afrikanischen Kindes" vorbereitet, dabei erhielt Brinken einen unmittelbaren Einblick in die Probleme des Kontinents auf dem Bildungssektor. 57 Millionen Kinder gehen in Afrika nicht zur Grundschule, 125 Millionen Kinder besuchen formal die Schule zwar regelmäßig, lernen aber nichts, weil es zum Beispiel gar kein Unterrichtsmaterial gibt. 80 Prozent der Mädchen südlich der Sahara gehen gar nicht nur Schule. "Wenn jedes Kind nur lesen könnte, würden 175 Millionen Menschen der Armut entkommen", diese beeindruckende Zahl nahm Brinken aus dem Workshop mit. In Addis Abeba wurden zudem auch Schulprojekte besucht. Und Brinken nahm mit 1000 Jugendlichen an einem Bildungslauf durch die äthiopische Hauptstadt teil, der um das Gelände der Afrikanischen Union führte.

Freie, hochwertige, verpflichtende Bildung für alle Kinder in Afrika, darum ging es beim Tag des afrikanischen Kindes. Die zentrale Veranstaltung fand im Gebäudekomplex der Afrikanischen Union in Addis Abeba statt, vergleichbar der EU in Europa. Jugendliche moderierten die Veranstaltung, auch die Abschlussresolution wurde von ihnen erarbeitet.

"Die Menschen sind mir sehr ans Herz gewachsen", sagt Brinken nach ihrer Rückkehr. In Addis Abeba seien sich die Vertreter der verschiedenen Nationen sehr nahe gewesen. Man habe zusammen gesungen und getanzt, wobei sie als Europäerin auch über ihren Schatten springen musste. Als sehr berührend bezeichnet sie die Begegnung mit einer jungen Afrikanerin, die ihr unter Tränen schilderte, wie sie im Alter von 16 Jahren verheiratet wurde.

In Addis Abeba wurde Brinken mit großen Gegensätzen konfrontiert. Direkt neben großen strahlenden Hotels leben die Menschen in Blechhütten. Wie einen zweiten Kulturschock empfand sie es, nach der Landung in Frankfurt auf dem Flughafen die großen glänzenden Läden zu sehen.

Bildung ist für Brinken der Schlüssel für Entwicklung. So ist sie froh, dass bei einer Geberkonferenz in der vergangenen Woche in Brüssel 28,5 Milliarden US-Dollar für grundlegene Bildung in Entwicklungsländern bewilligt wurden, erwartet worden war nach ihren Angaben eine Summe von 26 Milliarden Dollar.

Von Joachim Gries