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Eschede Biogasanlage könnte Höfers Freibad heizen
Celler Land Eschede Biogasanlage könnte Höfers Freibad heizen
16:46 10.02.2010
Höfer

HÖFER. „Das Bad beheizen, das ist mein Traum“, sagt Höfers Bürgermeister Michael Cruse. Ob sein Traum realisiert werden kann, muss geprüft werden. Ganz utopisch ist das nicht, denn wenn die Biogasanlage in Höfer erweitert wird, ist nicht unwahrscheinlich, dass bei der Verstromung anfallende Wärme für Heizzwecke genutzt wird. Versorgt über eine Gasleitung von der Biogasanlage könnte in der Nähe des Freibads ein Blockheizkraft-werk stehen und von dort die Wärme auch an Privathaushalte oder das Sport- und Schützenheim weiterverteilen.

„Wir würden uns über das Angebot der Eigentümer zur Versorgung öffentlicher Räume freuen“, sagt Cruse. Wie das im Detail aussehen könnte, ob sich ein Wärmenetz von so einem Satellitenstandort aus rechnet, das soll ein Gutachten der Fraunhofer-Gesellschaft klären, das zurzeit für die Leader-Region Lachte-Lutter-Lüß erarbeitet wird. Ein Zwischenbericht habe verdeutlicht, dass ein Wärmenetz nur im engeren Umkreis um eine Biogasanlage Sinn mache, sagt Cruse. Mit dem Verlegen einer Gasleitung und dem Bau eines Blockheizkraftwerks an anderer Stelle lasse sich dieser Radius erweitern. Ende des Monats soll der Abschlussbericht der Wissenschaftler vorliegen. Dass bei wohltemperiertem Wasser zwischen Mai und September im Heideschwimmbad Höfer andere Betriebskosten mitsteigen, sei natürlich zu berücksichtigen, sagt Cruse.

Noch ist die Erweiterung der Biogasanlage in Höfer in der Planungsphase. Der Rat der Gemeinde Höfer fasste jetzt einstimmig den Auslegungsbeschluss. Damit stehe das Hauptmitwirkungsrecht an, bei dem jeder die Planungsunterlagen einsehen könne, sagte Cruse. In die Unterlagen wurden Anregungen aus der frühzeitigen Bürgerbeteiligung sowie Einwände des Landkreises bereits eingearbeitet.

Ziel sei es, die Belastung für die Bürger nicht auszuweiten, sondern die Emissionen auf dem jetzigen Stand zu halten. Das ist nach Cruses Auffassung machbar. Planerisch wurde in den Unterlagen auch eine Zufahrt zur Rückseite der Biogasanlage dargestellt. Sie würde vor der Bebauung vom Eldinger Weg nach Norden abzweigen. Damit müssten Maisanlieferungen aus Richtung Osten nicht über die Hauptstraße rollen.

Von Joachim Gries