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Eschede BüfE will Tradition von Hand- und Spanndiensten wiederbeleben
Celler Land Eschede BüfE will Tradition von Hand- und Spanndiensten wiederbeleben
17:53 21.09.2017
Während in Eschede die Politik noch überlegt, wie man freiwillige Arbeitsleistungen etablieren kann, ist man in Wolthausen (Foto) weiter. Dort hat der Hand- und Spanndienst eine jahrzehntelange Tradition. Quelle: Kirsten Glatzer
Eschede

Die Aktion am Daller Weg soll "keine Eintagsfliege" bleiben, findet der BüfE-Fraktionsvorsitzende Klaus Drögemüller. Vielmehr müsse dies der "Auftakt einer systematischen Suche nach zeitgemäßen Lösungen" sein, um den Bauhof zu entlasten. "Manche Arbeiten kann man gemeinschaftlich übernehmen", ist Drögemüller sicher.

BüfE orientiert sich bei ihrer Forderung an der weitgehend untergegangenen Tradition alter Hand- und Spanndienste. Diese Dienste sollen die Gemeindeabgaben verringern und sie beruhen auf dem Preußischen Kommunalabgabengesetz von 1893. Hand- und Spanndienste waren eine Verpflichtung zu körperlicher Arbeit gegenüber dem Staat oder einem Herscher. So strikt geht es heute nicht mehr zu: Die Arbeitsleistung ist freiwillig – und könne sogar Spaß machen, sagt Drögemüller. Engagierte Einwohner könnten beispielsweise aus Laub sammeln ein nettes Beisammensein machen. "Man trifft sich, unterhält sich und nebenbei ist der Platz aufgeräumt", beschreibt Drögemüller.

Um die "Verantwortungspartnerschaften" und damit die Selbstverantwortung in den Dörfern zu etablieren, soll zunächst mit lokalen Interessenvertetern wie Landwirten, Jägern und Reitern gesprochen werden. Aktionen wie am Daller Weg könnten die öffentliche Hand entlasten und gleichzeitig die Wege und Dörfer schöner machen.

In Wolthausen ist man seit Jahrzehnten weiter: Zweimal im Jahr kommen rund 40 bis 50 Freiwillige zusammen, um als Hand- und Spanndienst die Wege im Winter freizuschneiden und im Sommer auszubessern. "Das ist immer ein toller Tag in der Gemeinschaft", sagt Ortsbürgermeister Christian Peters. Bis zu 15 Trecker sind bei der Aktion im Einsatz. "Wie soll das der Bauhof schaffen?", fragt Peters. Es könne gemeinschaftlich nicht nur mehr erreicht werden, sondern die regelmäßigen Hand- und Spanndienste hätten noch einen weiteren Vorteil: "Man hat eine andere Wertschätzung für die Wege, die man selber ausgebessert hat." Peters möchte auch andere Kommunen dazu inspirieren, eigene Hand- und Spanndienste einzuführen. In Eschede stößt er offenbar auf offene Ohren.

Von Amelie Thiemann