Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Eschede CeBus fährt nicht bis ins Dorf
Celler Land Eschede CeBus fährt nicht bis ins Dorf
15:24 17.02.2010
Ohe

„Ich hab meinem Sohn verboten, die Straße entlang zu laufen“, sagt Stephan Tag aus Ohe. Doch hätte am Freitag nicht einer der anderen vier Schüler ein Handy dabei gehabt, wäre den Jugendlichen wohl nichts anderes übrig geblieben, als zu Fuß die Kreisstraße 30 entlang nach Ohe zu gehen. Und das bei Schneetreiben und nicht geräumten Seitenstreifen. Die Entfernung wäre nicht das Problem gewesen, aber die Gefahr, der sich die Kinder an der Straße ausgesetzt hätte. „Da fahren nicht alle langsam“, sagt Tag.

Der Vater beschwerte sich bei der CeBus und wandte sich auch an den Landkreis, der für die Schülertransporte zuständig ist. Bei dem Verkehrsunternehmen habe man ihm gesagt, die Kinder wüssten sich schon zu helfen. „Die können nicht einfach davon ausgehen, dass die Kinder ein Handy dabei haben“, meint Tag. Er erfuhr auch, dass der Fahrer wegen eines Funklochs nicht erreichbar war.

Tag erklärt, er wisse, dass der Busfahrer für die Sicherheit der Fahrgäste verantwortlich und für sein Fahrzeug ist. Trotzdem hätte er die Kinder nicht einfach aussteigen lassen dürfen, sondern hätte einen Weitertransport organisieren müssen, zur Not per Taxi. Sein Sohn Yannik habe extra beim Einstieg in Celle gefragt, ob der Bus tatsächlich nach Ohe fahre.

„Es darf nicht sein, aber es ist passiert“, räumt CeBus-Geschäftsführer Koschick ein und erläutert, wieso der Fahrer am Freitag so entschied. Am Morgen habe sich auf der Kreisstraße 30 ein Bus festgefahren. Daraufhin sei die Strecke für den Busverkehr gesperrt und der Räumdienst angefordert worden. Als die Straße wieder frei war, habe der Busfahrer über Funk nicht erreicht werden können. Die Info, die Strecke wieder zu bedienen, habe ihn nicht erreicht.

„Wir haben sofort mit der CeBus Kontakt aufgenommen, sagt Landkreis-Sprecher Ulf Keller. Montagvormittag sei ein Gespräch geführt worden. Keller weist darauf hin, dass die Verantwortung im Ermessen der Busfahrer liege.

Koschick spricht seinen Busfahrern pauschal ein großes Lob aus. Sie zeigten vor allem auf Straßen innerorts, wo parkende Privatwagen den Begegnungsverkehr oft unmöglich machten, viel Geduld. Den Kunden können man diese Verspätungen nur schwer rüberbringen.

Von Joachim Gries