Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Eschede Delfin hilft Ronja auf dem Weg in ein selbstständiges Leben
Celler Land Eschede Delfin hilft Ronja auf dem Weg in ein selbstständiges Leben
10:31 18.08.2018
Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Eschede

Vor drei Wochen schwamm Ronja Piehl noch mit „ihrem“ Delfin Kanoa vor Curacao. Zum zweiten Mal war sie mit ihrer Familie auf die Insel bei Venezuela geflogen, um eine Delfintherapie zu machen. „Ronja war dort wie zuhause“, blickt ihre Mutter Melanie Tinney-Piehl auf die zweiwöchige Reise zurück.

In dieser Zeit arbeitete Ronja unter der Woche täglich daran, ihre Körperwahrnehmung, ihre Feinmotorik, ihre Kommunikation und ihre Interaktion zu verbessern. In diesen Bereichen hat das 13-jährige Mädchen Defizite im Vergleich zu Gleichaltrigen. Die Ursache dafür ist Microcephalie, eine Kleinwüchsigkeit des Kopfes. Sie wirkt sich auf die gesamte Entwicklung eines Menschen aus. Bei Ronja wurde sie im Alter von etwa einem Jahr festgestellt.

„Die Ärzte sagten damals, dass Ronja weder sprechen, noch essen, noch laufen wird“, erinnert sich ihre Mutter. Heute hat Ronja all diese Dinge gelernt. Geholfen haben ihr dabei verschiedene Therapien, wie die auf Curacao. Dort war sie diesmal jeden Tag eine Stunde mit Delfin Kanoa im Wasser, schwamm und spielte mit ihm, gemeinsam mit ihrer Therapeutin Kati.

„Um ihre Sprache zu verbessern, musste sie ihrer Therapeutin zum Beispiel in einem ganzen Satz sagen, welche Tricks Kanoa machen soll“, erklärt ihre Mutter Tinney-Piehl eine Übung. Dazu wurden Ronja zwei Karten gezeigt, auf denen die Tricks abgebildet waren. Sie musste die Bilder erkennen, sich eins aussuchen und ihre Entscheidung schließlich in einem vollständigen Satz mitteilen. So wurde vor allem ihre Sprache geschult.

„Seit wir wieder hier sind, sagt sie immer öfter von sich aus ganze Sätze“, beschreibt Tinney-Piehl die ersten Erfolge. Der Mutter liegt am Herzen, dass ihre Tochter sich klar ausdrücken kann. „Sie soll sich nichts gefallen lassen und die Möglichkeit haben, zu sagen, was sie will.“ Ronja soll ein selbstbestimmtes Leben führen können.

Ihren eigenen Kopf hat sie dafür auf jeden Fall. „Ich will Eis“, sagt sie zum Beispiel deutlich. Bei ihrer Lieblingssorte zögert sie auch nicht lange, „Schoko“ steht für sie fest.

Ronja weiß, was sie will. Langeweile kann sie überhaupt nicht leiden, lange konzentriert bei einer Sache zu bleiben fällt ihr schwer, genauso wie das Kontrollieren ihrer Kraft. „Sie hat teilweise einen Griff wie ein Schraubstock, das ist ihr aber nicht klar“, sagt Tinney-Piehl.

Auch daran wurde in den zwei Wochen auf Curacao intensiv gearbeitet. „Die ersten Tage hat sie auch den Delfin immer richtig feste angepackt, aber schon nach drei Tagen konnte sie ihre Hand entspannt auf ihn legen“, erinnert sich Tinney-Piehl.

Ronja kontrolliert ihre Kraft nun wesentlich besser, das zeigt sich auch im Umgang mit der Familienkatze Polly. „Ronja ist jetzt viel zärtlicher zu ihr“, erzählt Tinney-Piehl. „Die Therapie hat auf jeden Fall wieder viel gebracht.“

Das macht auch Ronja deutlich. Gern würde sie erneut zu ihrem Delfin Kanoa reisen. Wegen der hohen Kosten ist das allerdings nicht so leicht, außerdem sind die Termine einige Jahre im Voraus ausgebucht. „Wir haben erstmal einen Termin für 2020 reserviert, wir probieren es dann noch einmal hinzuschaffen, für Ronja“, sagt Tinney-Piehl. Um das zu ermöglichen, sind sie auf Spenden angewiesen. Seit mehreren Jahren sammelt die Familie dafür Stifte wie Kugelschreiber, Textmarker oder auch leere Patronen. Pro Stück bekommt sie dafür von einer Recyclingfirma zwei Cent. „Das Spendenkonto ist auch noch aktuell“, erzählt Tinney-Piehl. Mit weiterer Unterstützung hofft sie nochmal mit Ronja den Flug nach Curacao antreten zu können.

Eine weitere kleine Reise steht für Ronja dieses Jahr allerdings schon fest. Gemeinsam mit der Kinderfeuerwehr aus Eschede geht es ein Wochenende im September nach Lüneburg. Und die Erinnerungen an Curacao wirken lange nach. „Das Video von der ersten Therapie wurde bis zum Flug zur nächsten zur Entspannung immer wieder geguckt, ich denke, das wird diesmal wieder so sein“, sagt Tinney-Piehl.

Von Stella-Sophie Wojtczak

Von der Straße aus leuchten die blauen Zeltdächer zwischen den Bäumen hindurch. Auf dem Festplatz am Ortsausgang von Eschede steht seit Juni der Circus May. Wegen der Hitzewelle sitzen die Artisten und ihre Tiere hier seit sechs Wochen fest.

13.08.2018
Eschede Morgens halb zehn in... - Naturerlebnis und Königspythons

Nur der Schwerlastverkehr stört die idyllische Ruhe morgens um halb zehn in Aschenberg.

Christoph Zimmer 03.08.2018
Eschede Morgens halb zehn in... - Morgens halb zehn in Kragen

Morgens um halb zehn herrscht auf dem Hof von Familie Niemann in Kragen schon viel Betrieb.

27.07.2018