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Eschede Der Schacht in Höfer ist noch nicht voll
Celler Land Eschede Der Schacht in Höfer ist noch nicht voll
17:07 28.12.2016
Höfer

HÖFER. Im Sommer 2012 fragte K+S beim Landkreis Celle nach, ob die Entnahme von Aschau-Wasser über 2015 hinaus genehmigt werden könnte. Der Grund war die weitere Abnahme von Salzlauge aus dem Atommüll-Endlager Asse. Das Bundesamt für Strahlenschutz hatte beim Grubenbetreiber angefragt, ob er weitere Laugen aus dem maroden Bergwerk bei Wolfenbüttel abnehmen könne. Dort sickern seit Jahren täglich zwölf Kubikmeter Lauge ein, werden unterirdisch aufgefangen, an die Oberfläche gepumpt und per Tanklaster nach Höfer gebracht. K+S erhält für die Einlagerung der Lauge Geld vom Bundesamt für Strahlenschutz. Als neuer Termin wurde von K+S der 31. Dezember 2016 angepeilt, dann sollte das Bergwerk in Höfer voll sein.

Doch auch der Termin Ende Dezember wird nicht zu halten sein. „Wir müssen feststellen, dass noch ein paar Kubikmeter mehr da sind als wir gedacht haben“, sagt Klaus Rumphorst, Leiter inaktive Werke bei K+S, über die verbliebenen Kapazitäten im Untergrund. Über das Bergamt habe das Unternehmen Ende November den Antrag gestellt, weiter Wasser aus der Aschau entnehmen zu können. Entscheiden über den erneuten Antrag muss wieder der Landkreis Celle.

Rumphorst geht davon aus, dass noch ein, zwei Monate länger Aschau-Wasser laufen muss. Wöchentlich werde der Wasserspiegel gemessen. Lauge aus der Asse wird nach Rumphorsts Angaben nach dem Jahreswechsel nicht mehr in Höfer ankommen. Der Vertrag mit dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), das das Atommüll-Endlager betreibt, läuft nach seinen Angaben am 31. Dezember aus.

Im Oktober war bekannt geworden, dass das BfS beim Landesbergamt in Hannover beantragt hatte, die Lauge bei Gorleben in die Elbe einzuleiten. Dort darf das Bundesamt Salzwasser einleiten, das bei der Offenhaltung des dortigen Erkundungsbergwerkes anfällt. Inzwischen sei auch eine Lösung für den weiteren Verbleib der Asse-Lauge gefunden, sagte eine BfS-Sprecherin. Es sei eine Vereinbarung mit einem Unternehmen getroffen worden. Nach einem Bericht der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung soll das Asse-Wasser vorerst außerhalb Niedersachsens entsorgt werden.

Das Einbringen von Schotter in den Schacht des ehemaligen Bergwerks nach Abschluss der Flutung wird sich nach Rumphorsts Angaben nicht verzögern. „Mit dem Schottern wollten wir sowieso nicht im Winter anfangen“, sagte er. Von Mai bis Juli waren entsprechenden Arbeiten beim benachbarten Schacht Fallersleben auf der Habighorster Höhe vorgenommen worden. Knapp 22.500 Tonnen Material waren in den Schacht gefüllt worden. Abschließende Arbeiten sollen hier im kommenden Jahr vorgenommen werden.

Joachim Gries

Von Joachim Gries