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Eschede Die Forellen müssen noch warten
Celler Land Eschede Die Forellen müssen noch warten
18:14 16.11.2010
Das Wasser aus der geplanten Forellenzuchtanlage soll in die bestehenden Teiche eingeleitet werden. Quelle: Peter Müller
Aschauteiche

Zum einen sei er gegen die Massentierhaltung Fischzucht, zum anderen habe er Angst vor einer Grundwasserentnahme von 750000 Kubikmetern im Jahr. Das Wasser komme hinten nicht wieder sauber raus, meinte Sommer. „Hier begehen wir den nächsten Fehler in der Region“, sagte der Grünen-Politiker. Sommer befürchtet, dass das Wasser eines Tages der Landwirtschaft fehlt. „Wenn Sie als CDU und FDP Ja sagen, müssen sie das Ihren Landwirten klarmachen“, sagte er an die Adresse der politischen Mitbewerber.

Im Ausschuss ging es gestern darum, ob mit einer Herauslösung einer Teilfläche aus dem Landschaftsschutzgebiet Südheide die Voraussetzungen für den Bau einer Teilkreislaufanlage für Forellenzucht geschaffen werde. Der Ausschuss hatte sich bereits einmal mit den Plänen befasst und auch der Ausgrenzung einer gut einen Hektar großen Teilfläche zugestimmt. „Wir haben die Fläche vor einem Jahr besichtigt“, sagte Rüdiger von Borcke (SPD). Mit keinen Wort sei damals gesagt worden, dass noch einmal das Vierfache dazukomme. Die SPD wolle die neuen Flächen erstmal bei einer Bereisung besichtigen, um sich von der Sinnhaftigkeit zu überzeugen. Das hielten Ernst-Ingolf Angermann und Adolf Krause (beide CDU) nicht für notwendig. „Wenn wir die Bereisung machen, kommt nichts anderes bei raus“, meinte Krause. Er könne auch nicht alles anzweifeln, was ihm von den Fachbehörden gesagt werde.

Bevor das dem Grundwasser entnommene Wasser aus der Forellenzuchtanlage die Aschau erreiche, werde es in die bestehenden Teiche eingeleitet. Noch vorhandene Nährstoffe könnten also von Karpfen und anderen Fischen aufgenommen werden, erläuterte Eckehard Bühring, Naturschutzbeauftragter des Landkreises Celle. Schon in der Zuchtanlage gäbe es eine Rückhaltung von Schadstoffen, zudem würden Grenzwerte bei der Einleitung des Wassers in die Aschau festgesetzt, stellte Volker Schumann vom Bereich Wasserwirtschaft beim Landkreis Celle fest. „Unser Job ist es, keine Genehmigung zu erteilen, wenn Vorgaben nicht eingehalten werden“, machte Amtsleiter Jochen Decker mit wenigen Worten klar. Er schlug vor, dass künftig der Antragsteller und die Kommune, die das Verfahren befürwortet, mit am Tisch sitzt, um der Politik Auskunft zu geben.

Mit sieben Stimmen bei sechs Gegenstimmen folgte der Ausschuss dem SPD-Antrag: Möglichst in der nächsten Sitzung soll es eine neue Bereisung geben, dann soll der Beschluss über die Änderung der Schutzgebietssatzung erfolgen.

Bedeutet der Bau einer neuen Forellenzuchtanlage in Aschauteiche eine unverantwortliche Entnahme von Grundwasser und wird der Heidebach Aschau künftig stärker mit Schadstoffen belastet? Auch über diese Fragen diskutierte gestern der Ausschuss für Umwelt und ländlichen Raum des Celler Kreistags, als es darum ging, ob erneut eine Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet Südheide ausgegliedert wird.

Von Joachim Gries