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Eschede Diskussion über Krippenkosten im Rat
Celler Land Eschede Diskussion über Krippenkosten im Rat
15:53 11.02.2010
Eschede

Am Dach der geplanten Kinderkrippe muss Architekt Dirk-Andree Knoop noch feilen. Die so genannte Schmetterlingskonstruktion mit flach nach innen geneigten Hälften und einer zentralen Regenrinne findet im Rat der Samtgemeinde nicht die ungeteilte Zustimmung. „Ich bin mit dieser Dachkonstruktion nicht einverstanden“, sagte Otto Brandes (CDU) bei der Präsentation der Planung durch Knoop in der jüngsten Ratssitzung.

Die Mehrkosten für ein konventionelles Pfannendach mit 16 Grad Neigung bezifferte der Architekt überschlägig mit 10000 Euro. Der Bauausschuss soll jetzt die weitere Planung kritisch begleiten und in Abstimmung mit dem Architekten nach einer Lösung suchen.

Heftige Kritik an den Gesamtkosten von 1,2 Millionen Euro übte Klaus-Jürgen Baumeister (SPD). Beschlossen worden sei im vergangenen Jahr ein Bau für 650000 Euro. „Dass das möglicherweise nicht ausreicht, war uns auch klar“, sagte Samtgemeindebürgermeister Günter Berg. Die Mehrkosten seien dem Umbau des bestehenden Kindergartens am Osterberg geschuldet, der jetzt unter drangvoller Enge leide und dessen Sanitäreinrichtung nicht mehr in die heutige Zeit passe.

Nach der Planung von Knoop nimmt der Neubau neben den beiden Gruppenräumen für die Krippe sowie Ruhe- und Sanitäreinräumen in seinem nördlichen Riegel die Erweiterung des bestehenden Kindergartens wie Leiterin-Zimmer oder Küche auf. Insgesamt hat der Neubau eine Nutzfläche von 565 Quadratmetern.

„Muss es wirklich so teuer sein? Welche Flächen wären rauszustreichen?“, fragte Baumeister den Architekten. 1,2 Millionen Euro für eine Krippe seien für eine Kommune, die kein Geld hat, ein Unding. Er behaupte, dass man die Kosten um 20 bis 30 Prozent minimieren könne, sagte Baumeister.

CDU-Fraktionschef Gerd Bakeberg stellte fest, dass die Kinderkrippe kein Luxus sei. Er verwies auf die Förderung in Höhe von 435000 Euro aufgrund des Escheder „Schnellschusses“ bei der Beantragung im vergangenen Jahr. Das seien immerhin 58 Prozent der reinen Krippenkosten. Außerdem müsse die Samtgemeinde 52 Krippenplätze bis zum Jahr 2013 schaffen.

„Ich finde es gut und richtig, dass wir eine Krippe bauen“, sagte SPD-Fraktionschef Michael Cruse. Allerdings würde Eschede wegen seiner finanziellen Situation von den Nachbarkommunen kritisch beobachtet. Er rate dazu, bei jedem Bau ist Kosten einzugrenzen und zu überprüfen.

Dem Haushalt 2010 verweigerte Baumeister seine Stimme mit dem Hinweis auf die dort vorgesehenen 470000 Euro für die Krippe. Beschlossen worden sei 2009 der Bau einer Krippe für 650000 Euro.

Von Joachim Gries