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Eschede Ein Haus für viele Nutzer in Eschede
Celler Land Eschede Ein Haus für viele Nutzer in Eschede
23:33 22.06.2016
Etwa 90 Bürger und Vertreter von Vereinen nahmen an der Veranstaltung teil, Moderatorin Sabine Scherer bildete aus den Vorschlägen mögliche Nutzer-Komplexe. Quelle: Joachim Gries
Eschede

„Wir haben einen deutlichen Raumüberhang“, hatte Bürgermeister Günter Berg bei der Einführung ins Thema gesagt. Neben einer Umnutzung gehe es um eine Reduzierung der Unterhaltungs- und Bewirtschaftungskosten. Gesetzt ist, dass die Grundschule den jüngsten Gebäudekomplex aus den Jahren 1989 bis 2004 nutzt. Das Altgebäude der Grundschule an der Bahnhofstraße kann nach Bergs Worten eine separate Nutzung erhalten, etwa als Domizil der freien christlichen Schule, als Ärztehaus oder als Museum.

Bevor drei getrennte Gruppen 45 Minuten lang Ideen sammelten, stellte die Moderatorin und Landschaftsarchitektin Sabine Scherer anhand von Bildern Umnutzungsprojekte dar. Auch der Umbau der alten Schule in Höfer zum Dorfzentrum diente ihr als Modell. „Sie müssen diese Beispiele im Kopf mal auf Ihre Schule übertragen“, ermunterte sie die Teilnehmer zur Mitarbeit.

Dass das Ende der weiterführenden Schule in Eschede noch längst nicht verdaut ist, wurde anschließend in den Gruppen deutlich. „Zurzeit haben wir ein Raumüberangebot“, stellte Georg Herberg von der christlichen Schulinitiative fest. Er warne davor, jetzt mit Fördergeldern Klassenräume umzubauen, die später wieder von der Schule benötigt würden. Er sprach von 300 Schülern, für die über 40 Räume vorzuhalten seien. Berg teilte diesen Optimismus nicht. „Ob das was wird, sind ungelegte Eier“, meinte er. Ganz pragmatisch sah es Joachim Krügener: „Wenn wir anfangen, Kinder in die Welt zu setzen, hat eine Schule in Eschede wieder eine Chance.“

Die Ideen des Brainstormings wurden von den Gruppen anschließend im Plenum vorgetragen. Mit den Kärtchen bildete Scherer dann Cluster und fügte zusammen, was inhaltlich zusammenpasste. Neben dem Komplex Schule zeichnete sich für das Langgebäude ein barrierefreies Dorfzentrum mit Jugendtreff, Begegnungs- und Kulturraum, Bücherei, Proberäumen für Musik samt Nebenräumen für Noten, Vereinsräumen und Experimentierräumen auch für den Kindergarten ab.

Die Auswertung sei jetzt Sache der Politik, ein Zwischenergebnis werde eventuell im Herbst bei einem Eschenschnack präsentiert, sagte Berg. Im Frühjahr soll dann ein Förderantrag formuliert werden.

Außen vor blieb in der Diskussion die Escher Musenmöhl. Berg sagte, dass das Gebäude wegen seines hohen Energiebedarfs nicht weiter beplant werden solle. Das Gemeindearchiv sei in die Schule umgezogen, die Schulbücherei werde folgen. Was mit der Kreisfahrbücherei passiert, blieb offen.

Von Joachim Gries