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Eschede Eine Million Euro fürs Gerätehaus in Eschede
Celler Land Eschede Eine Million Euro fürs Gerätehaus in Eschede
21:31 13.03.2015
Von Maren Schulze
Zu eng: Das Feuerwehrgerätehaus Eschede muss erweitert oder neu gebaut werden. Dazu tagte nun der Bauausschuss. Quelle: Joachim Gries
Eschede

Abriss und Neubau oder Erweiterung der alten Halle – das sind die beiden Möglichkeiten, die Eschede in Bezug auf das Feuerwehrgerätehaus bleiben. Denn investieren muss die Gemeinde so oder so und jede der fünf möglichen Varianten, die in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses der Gemeinde vorgestellt wurden, wird rund eine Million Euro kosten. Denn für die heutigen Fahrzeuge ist zu wenig Platz im alten Gerätehaus, auch die Arbeitsabläufe können nicht reibungslos vor sich gehen. Die Feuerwehrunfallkasse setzt da längst andere Maßstäbe an, als sie sich im heutigen Gebäude verwirklichen lassen.

Der Architekt und Stadtplaner Dr. Eggert Sass stellte die von der Gemeinde in Auftrag gegebene Expertise vor. Die ersten beiden Varianten sehen den Erhalt und die Erweiterung der alten Halle vor. Doch beide Varianten bieten eigentlich nur Nachteile. Während im ersten Fall davon ausgegangen wird, das jetzige Gerätehaus nur noch als Fahrzeughalle zu nutzen und im erweiterten Teil die Nebenräume wie Umkleiden unterzubringen, wäre es in der zweiten Variante genau umgekehrt – im jetzigen Gerätehaus würden sich die Nebenräume finden, im Anbau die Fahrzeughalle. Kreuzende Fahrwege der ausrückenden Einsatzfahrzeuge mit noch anfahrenden Feuerwehrleuten, schlechtere Optionen in Sachen Erweiterbarkeit, von Beginn an höhere Unterhaltungskosten aufgrund des alten Gebäudeteils von 1979 sind einige der Nachteile, die diese beiden Lösungen mit sich bringen würden, zumal diese beiden Möglichkeiten auch die teuersten sind. Während ein Neubau mit rund einer Million Euro zu Buche schlagen würde, der Abriss der alten Halle 25.000 Euro kosten würde, müssten bei Erhalt des alten Hauses rund 50.000 Euro mehr ausgegeben werden.

Für einen Neubau wurden drei Varianten präsentiert. Die erste würde zwei Bauabschnitte erfordern, wäre also komplizierter und teurer, wenn man ein neues Gerätehaus an mehr oder weniger derselben Stelle errichten wollen würde. Weitere Möglichkeit wäre ein versetzter Neubau. Der könnte mit optimierten Abläufen für die Feuerwehr punkten, wäre erweiterbar und würde die Möglichkeit zur Durchfahrt bieten. Als dritte Neubau-Option wurde ein Gebäude quer auf dem Grundstück geplant, doch auch diese Variante ist nicht ohne Nachteile.

Allen Vorschlägen gemein ist, dass sechs Fahrzeugstellplätze in der heute erforderlichen Größe geplant wurden, ein Büro, Umkleiden für Männer und Frauen, Technikräume, ein Dekontaminationsbereich und weitere Räume mehr. Der Schulungsraum wird wie bislang auch im Sportheim genutzt.

Nun wird in den Gremien, Fraktionen und auch gemeinsam mit der Feuerwehr weiterdiskutiert werden. Ist eine Entscheidung für eine der Varianten gefallen, soll genauer über das Aussehen der neuen Lösung beraten werden, schließlich steht das Feuerwehrgerätehaus in einem Wohngebiet. „Niemand soll denken, er wohnt im Gewerbegebiet, wenn er das Gebäude ansieht“, sagt Eschedes Bürgermeister Günter Berg.

Der Standort im Wohngebiet steht nicht mehr zur Diskussion – ein anderes Grundstück stünde nicht parat und in den Schulungsraum im Sportheim nebenan wurde erheblich investiert. Gleichwohl soll überlegt werden, ob bei der Anfahrtssituation über die Königsberger Straße für die Feuerwehrleute etwas verbessert werden kann. Denn hier gelten Tempo 30 und „Rechts vor links“.