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Eschede Esche hält sich tapfer in Eschede
Celler Land Eschede Esche hält sich tapfer in Eschede
20:24 07.04.2016
Eschede

Keine akute Gefahr für die Eschen im Ort sieht Christoph Götze, Chef des Bauhofs im Escheder Rathaus. Die Bäume etwa im Bereich der Musenmöhl und der Flohrmühle sind nach seinen Angaben gesund. In Gefahr sieht er eher die Bäume, die im Wald stehen.

Eigentlich sei die Esche ein robustes Gehölz, sagt Götze. Falle bei den regelmäßigen Baumkontrollen Totholz in den Kronen auf, werde es entfernt. Sei aber die gesamte Spitze trocken, komme der Baum aus Sicherheitsgründen weg. „Der wird dann nichts mehr“, sagt Götze. Derzeit sind die Schäden schwer zu erkennen, weil die Eschen noch unbelaubt sind. Blättere die Rinde ab oder fehlten die Triebspitzen an den Zweigen, seien das Anzeichen, dass etwas nicht stimme, so Götze.

„Es ist kein großes Problem, weil wir hier nicht viele Eschen haben“, sagt Frank Winter, Förster beim Niedersächsischen Forstamt Unterlüß. Er wohnt in Eschede, die Eschen, die in seiner Straße wachsen, „halten sich tapfer“, so seine Beobachtung. Einzelne Zweige würden wohl mal trocken – mehr nicht. Bedroht sind nach Aussage des Försters Eschen in Feuchtwäldern, wenn sie auf größeren Flächen zusammenstehen oder mit Buchen Waldgesellschaften bilden.

Auf Plattdeutsch heißt Eschede Esche, wie der Baum. Der Name des Dorfes stamme wohl noch aus der Zeit vor den großen Rodungen, vermutet Winter.

Die Esche gehört wegen ihrer hohen Holzqualität zu den sogenannten Edellaubhölzern. Sie macht in Niedersachsen rund ein Prozent der Waldfläche aus. Bedroht wird die Baumart hier seit etwa zehn Jahren durch einen Schlauchpilz, der ursprünglich aus Asien stammt. Das sogenannte Falsche Weiße Stängelbecherchen bildet eine Nebenfrucht aus, die als Erreger des Eschentriebsterbens gilt. Weil sich die Erreger unter anderem über die Luft ausbreiten, sind sie kaum zu bekämpfen.

Von Joachim Gries