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Eschede Eschede sieht jetzt unterirdisch gut aus
Celler Land Eschede Eschede sieht jetzt unterirdisch gut aus
22:53 27.05.2018
Von Christian Link
Quelle: Christian Link
Eschede

"Der Tunnel ist jetzt kein Ort mehr, den man schnell durchqueren möchte. Man hält sich hier nun gerne auf", freute sich Ortsbürgermeisterin Stephanie Bölke bei der offiziellen Eröffnung am Samstag.

Den Escheder wurde schon bei der Vernissage einiges geboten: Die Bigband der Oberschule Lachendorf eröffnete die Feier mit ordentlich Trara. Paul Reich von der Initiative Zusammen, die die Neugestaltung auf den Weg brachte, gab für die rund 50 Besucher den Schaffner mit Uniform und Kelle. Und zur ersten offiziellen Tunneldurchquerung zeigte Künstlerin Emmy Lee Schmoll, dass sie nicht nur mit dem Pinsel, sondern auch mit Wörtern gut umgehen kann. In ihrem Gedicht "Ich bin angekommen" schilderte die Poetry-Slammerin, wie sich mit einem Ort auch die Gefühlswelt eines Menschen verändern kann.

Wer jetzt vom Bahnhofsvorplatz zu den Gleisen möchte, läuft direkt auf ein Landschaftsgemälde von Christiane Mahlzahn zu. Zur Linken sieht der Reisende einen Zug mit neun Fenstern, den Maik Lynne an die Wand gemalt hat. Auch die Landschaft zwischen den Waggons stammt aus seinem Pinsel.

Durch das erste Fenster sind zwei Pfauen zu erkennen, die auf blühenden Ästen sitzen. Warum ausgerechnet Pfauen? "Die sind so lebendig und schön. Für mich stellen sie am besten die Natur dar", sagt Künstlerin Soghra Hashemi. Die 23-Jährige ist mit ihrem Mann und zwei Kindern aus Afghanistan nach Eschede geflohen. Derzeit macht sie einen Hauptschulabschluss, um Zahntechnikerin zu werden.

Die Abteile des Zugs hat die Klasse 8.4 der Oberschule Lachendorf gestaltet. "Hier finden wir Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Alters, denen wir täglich im Zug begegnen können", erläutert Lehrer Torsten Löschmann. In die acht Fenster haben seine Schüler markante Bauwerke und Landschaften aus aller Welt gemalt.

Die rechte Wand hat Schmoll, die Vorsitzende des Willkommensvereins Eschede, zusammen mit Flüchtlingen und Bürgern gestaltet. "Ich habe vorgezeichnet, der Rest war Malen nach Zahlen", verrät die 19-Jährige. Die fröhlichen Figuren, die dabei entstanden sind, sind für Ortsbürgermeisterin Bölke "ein vergnügtes Völkchen, welches auch die Buntheit Eschedes widerspiegelt".

Die vorherige Wandgestaltung stammte aus dem Jahr 2004 und wurde von Hauptschülern aus Eschede gemacht. Die neue Tunnelkunst soll bitte ähnlich lange überdauern. "Ich wünsche mir, dass die Neugestaltung, so wie sie ist, eine Weile hält. Und dass nicht heimlich ein paar Künstler das Ganze – in Anführungszeichen – verschönern", sagte Reich.

Die Metronom-Eisenbahngesellschaft, die 3000 Euro in die Tunnelverschönerung investierte, will bei der Instandhaltung mithelfen. "Wenn da mal ein Tropfen Farbe fehlt, dürfen Sie sich gerne an uns wenden", versprach Metronom-Geschäftsführer Torsten Frahm.

Zehn Disziplinen, drei Ortsteile, eine Riesen-Gaudi. Dem olympischen Gedanken folgend, haben sich sportliche Bewohner aus Scharnhorst, Endeholz und Marwede zum Drei-Dörfer-Turnier zusammengefunden – einem alten Brauchtum folgend, das Ende der 80er Jahre aus heute nicht mehr nachvollziehbaren Gründen in der Versenkung verschwand. Zu Unrecht, wie sich jetzt herausstellte.

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