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Eschede Escheder Bürger feiern mit ihren Soldaten
Celler Land Eschede Escheder Bürger feiern mit ihren Soldaten
17:27 16.08.2010
Am Sonnabend marschierte die Stabskompanie in Begleitung der Escheder Vereine zum Festakt auf den Sportplatz. - Quelle: Peter Müller
Eschede

ESCHEDE. „Wir haben viel Spaß gehabt und sind gut aufgenommen worden“, lautete am Sonntagmittag die Bilanz der 24-jährigen Verena Leskow. Die Obergefreite war am Freitag mit ihren Kameraden von der Stabskompanie der Panzerlehrbrigade 9 aus Munster nach Eschede gekommen um hier das 50-jährige Bestehen der Patenschaft zwischen der Gemeinde und der Bundeswehreinheit zu feiern.

Alle seien sehr herzlich und offen gewesen. Und sie habe oft die Frage beantworten müssen, warum sie als Frau bei der Bundeswehr sei, sagte Leskow. Nach ihrer Ausbildung zur Restaurantfachfrau entschloss sie sich wegen der Lage auf dem Stellenmarkt, erst einmal für vier Jahre zum Bund zu gehen.

Während des zweitägigen Biwaks in Eschede gab es für die Soldaten ein volles Programm. Den Auftakt bildete die Poolparty am Freitagabend im Freibad. „Die war super organisiert“, sagte Leskow, bevor sie wieder einen Jungen fotografierte, der ungeduldig auf einem Motorrad wartete.

Auf dem Festplatz bot die Bundeswehr einen Einblick in ihr Tagesgeschäft. Fahrzeuge wurden vorgestellt, ein kompletter Gefechtsstand war eingerichtet und wurde erläutert. Und das Leben im Feld wurde präsentiert. Frische Brötchen aus dem Erdofen, getarnte Soldaten, die sich kaum vom Umfeld der Aschau abhoben.

Das 50. Jubiläum der Patenschaft war am Sonnabend bei strahlendem Sonnenschein gefeiert worden. Nach einem Empfang der Gemeinde in der Musenmöhl war die Stabskompanie zusammen mit Escheder Vereinen von der Rebberlaher Straße zum Sportplatz marschiert. Hier gesellte sich das Heeresmusikkorps I hinzu, das für einen feierlichen Rahmen sorgte.

Eschedes Bürgermeister Gerd Bakeberg zeichnete in seiner Rede fünf Jahrzehnte Patenschaft nach. Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann als Festredner nutzte die Gelegenheit, sich für ein Festhalten an der Wehrpflicht auszusprechen. Zweck der Wehrpflicht sei die Verteidigung des Landes, der Schutz der Heimat. „Alle Bewohner des Staates sind geborene Verteidiger desselben“, zitierte Schünemann den preußischen Reformer Gerhard von Scharnhorst, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Grundidee der Bürgerarmee formuliert hatte.

„Gerade hier in Eschede möchte ich dran erinnern, dass wir auch zukünftig auf eine funktionstüchtige zivil-militärische Zusammenarbeit angewiesen sind“, sagte der Innenminister und spielte damit auf den Bundeswehreinsatz bei Waldbränden und bei der ICE-Katastrophe von 1998 an.

Von Joachim Gries