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Eschede Escheder Gemeinderat lehnt BÜFE-Antrag an
Celler Land Eschede Escheder Gemeinderat lehnt BÜFE-Antrag an
17:08 08.09.2017
Eschede

"So sang- und klanglos streichen wir nicht die Segel", begann der BÜFE-Fraktionsvorsitzende Klaus Drögemüller seine Erläuterung. Er betonte, dass man bezüglich des Glockenkolks vor "einer Jahrhundert-Entscheidung" stehe. "Was wir hier anzetteln, damit werden zwei bis drei Generationen leben müssen", sagte er.

Auf die acht Kernforderungen des BÜFE-Konzepts ging Drögemüller nur oberflächlich ein. Diese umfassen beispielsweise, dass ein kleineres Gemeinschaftshaus in der alten Grundschule statt im leerstehenden Oberschul-Langbau entsteht. Die bisher favorisierte Langbau-Nachnutzung bezeichnete Drögemüller als "ambitioniert", und er warnte vor hohen Folgekosten. BÜFEs Kernanliegen sei es hingegen, die Grundschule wettbewerbsfähig zu machen.

Eschedes Bürgermeister Günter Berg verwies darauf, dass bereits jede einzelne Forderung von BÜFE in den vergangenen Wochen sowohl im Verwaltungsausschusses als auch in interfraktionellen Gesprächen mit allen Parteien beraten worden seien. "Unter Demokraten setzt man sich an den Tisch und versucht, das Problem zu lösen", sagte Berg der CZ. "Wir haben alles Punkt für Punkt besprochen und eine Vorgehensweise festgelegt."

So ist beispielsweise ein Auftrag für die Freiraum-Planung des Glockenkolks vergeben worden. Der Außenbereich des gesamten Geländes soll sich verändern. "Das ist ein wichtiges Element", sagte Berg. Außerdem setzt sich ein Gremium, dem auch die neue Schulleiterin der Escheder Grundschule Sabine Stelzner angehört, mit der Umgestaltung der Grundschule auseinander. Diesen "wichtigen Impuls für die Entwicklung der Grundschule" habe BÜFE gesetzt, lobte der Bürgermeister. Gleichzeitig verteidigte er die Pläne, das Augenmerk auf den Oberschul-Langbau zu legen. "Das ist das zentrale und günstigste Gebäude", sagte Berg.

In der Ratssitzung am Donnerstag hatte sich CDU-Ratsherr Gerd Bakeberg an die BÜFE-Fraktion gewandt: "In einigen Punkten liegen wir gar nicht so weit voneinander entfernt." Er bezog sich auf die Ideen für die Grundschule, die Musenmöhl, den Bürgerpark sowie für ein Bausteinweltenhaus. Seine Fraktionskollegin Stephanie Bölke betonte, dass BÜFEs Forderungen nicht völlig neu seien. Die CDU habe sich schon vor sieben Jahren Gedanken darüber gemacht, wie man das Gelände an der Rebberlaher Straße ertüchtigen könnte.

Michael Cruse (SPD) bezeichnete den BÜFE-Antrag als "zurzeit nicht dienlich": "Die Punkte hatten wir schon behandelt." Dem widersprach FDP-Ratsherr Peter Schaper: "Ich finde den Antrag vollkommen berechtigt." Und der neue Grünen-Vertreter Uwe Diederichs mahnte angesichts der Fördermittel-Investition, man solle "nichts kaufen, was man nicht wirklich braucht".

Der Grünen-Ratsherr beantragte eine geheime Abstimmung über den BÜFE-Antrag, damit "die Entscheidung nicht dem Fraktionszwang unterliegt". Letztlich zeigte sich ein klares Bild: Mit zehn Stimmen wurde der Antrag abgelehnt, sechs Ratsmitglieder stimmten dafür. Das Ergebnis legt nahe, dass es sich bei den Befürwortern um die sechs Vertreter von Grüne, FDP und BÜFE handelt.

Bürgermeister Berg zeigte sich anschließend zufrieden. "Damit haben wir den Startschuss gesetzt", sagte er der CZ. "Es muss, soll und wird auch losgehen."

Von Amelie Thiemann