Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Eschede Eschenspangen: Von Geschenken und Glücksfällen
Celler Land Eschede Eschenspangen: Von Geschenken und Glücksfällen
16:50 19.04.2013
Von Maren Schulze
Eschenspangen-Träger 2013 Quelle: Maren Schulze
Eschede

Von Gertrud Bidenharn kann man mit Fug und Recht behaupten, dass sie in Eschede über viele Jahre als Person des öffentlichen Lebens gegolten hat. 25 Jahre im Gemeinderat und 20 Jahre im Samtgemeinderat haben eine lange Liste von Tätigkeiten in Ausschüssen und Organisationen zusammenkommen lassen, zudem war sie stellvertretende Bürgermeisterin. Grund genug, Gertrud Bidenharn am Donnerstagabend neben fünf weiteren verdienten Escheder Bürgern mit der Eschenspange auszuzeichnen. Der Laudator, Eschedes Bürgermeister Gerd Bakeberg, verwies auf ihr reges Engagement und überreichte neben der Eschenspange Blumen und Urkunde.

Rund 150 Zuhörer hatten sich in der Glockenkolkhalle zum Eschenschnack versammelt. Die Ehrung der Bürger stand im Mittelpunkt der Veranstaltung, aber auch aktuelle Themen wie die Lärmbelästigung an der Bundesstraße 191, die Schulentwicklung, die Städtebauförderung und die kommunalen Neuordnung standen auf der Tagesordnung. Moderiert von Joachim Gries und musikalisch auf der Geige begleitet von Kati van der Meulen, gewährten die Laudatoren Einblick ins Leben und Wirken der Geehrten. Wie in das von Jürgen Fuhrhop. Gemeindedirektor Günter Berg schilderte die akute Alkoholsucht als Tief- und Wendepunkt im Leben des Mannes. Als seine Frau mit Trennung drohte, bekam Jürgen Fuhrhop die Kurve. Nach Entgiftung und Entzug blieb er dran, gründete in Eschede eine eigene Selbsthilfegruppe der Guttempler – und leitet sie seitdem. „Jürgen Fuhrhop hat sich uneigennützig für Menschen in Notlagen eingesetzt“, so Günter Berg. 500 bis 600 Personen wurden in dieser Zeit beraten, die Gemeinschaft steht im Mittelpunkt und auch nächtliche Einsätze hat Jürgen Fuhrhop nie gescheut, um zu helfen.

Stephanie Bölke würdigte das Engagement von Rolf Lüchau für seinen Heimatort Eschede als „Glücksfall“. Wer für sich selbst hauptsächlich Argumente sieht, weswegen er sich nicht ehrenamtlich engagieren könne, der solle Rolf Lüchau fragen, wie es einen fordert und fördert und wie viel Spaß diese Arbeit bringt, empfahl Bölke. Auch wenn „solche Verrückten“ weniger würden. Lüchaus großes Steckenpferd war stets die Förderung des Tourismus. Daraus entwickelte sich Interesse an der Kommunalpolitik, Zweimal 30 Jahre Ehrenamt resultierten daraus, der Vorsitz des Südheide Tourismus- und Gewerbevereins, die Mitgliedschaft im Gemeinde- und Samtgemeinderat sowie die Arbeit als stellvertretender Bürgermeister. Im vergangenen Jahr dann legte er seine Ämter aus gesundheitlichen Gründen nieder.

Beschwingt betrat Ingrid Lutterloh die Bühne, um ihre Eschenspange in Empfang zu nehmen und zeigte damit, dass ihr Motto „Respekt, Fairness, Wohlbefinden“ ihr selbst gut getan hat. Zuvor zeichnete Manfred Mönch vom TuS Eschede von ihr das Bild der „liebenswerten Turnmutter“. Seit 47 Jahren ist sie Mitglied im TuS Eschede, seit vergangener Woche Ehrenmitglied. Kinderturnen und Damengymnastik, Bewegung und Geselligkeit, stellte sie in den Mittelpunkt ihrer ehrenamtlichen Arbeit.

Als Powerfrau stellte sich auch Hildegard Markmann zeitlebens unter Beweis. Hans Soltendieck schilderte, dass sie als sechs Jahre altes Mädchen aus Schlesien nach Eschede kam. Einziges Spielzeug – eine Puppe, deren Kopf auf der Flucht zerbrach. Rührt daher die bis heute andauernde Sammelleidenschaft? Markmanns Spielzeugstuben, in denen sie ihre umfängliche Sammlung präsentiert, sind jedenfalls längst überregional ein Begriff und Werbung für Eschede geworden. Neben dem Spielzeugmuseum gründete sie in früheren Jahren die Kindertanzgruppe, in der zeitweise mehr als 60 Kinder aktiv waren, und wirkte am Ausbau der Partnerschaft mit Barneville-Carteret mit. Ein Geschenk für Eschede, bilanzierte der Laudator.

Hugo Reuter ist zwar gebürtiger Celler, doch wie Laudator Joachim Krügener feststellte, seien seine Eltern schlau gewesen und schon fünf Jahre nach seiner Geburt mit der Familie nach Eschede gezogen. Dort zog seine Mutter ihn und seine vier Geschwister als Witwe allein groß. Der bei Rheinmetall ausgebildete Industriekaufmann blieb nach einem beruflichen Ausflug ins Ruhrgebiet, dann doch wieder seiner Heimat Eschede treu. Als Bürgermeister, Mitglied in Samtgemeinderat und Kreistag, hat er für den Ort etliches bewegt. Engagiert war er auch in zahlreichen Vereinen, wie der AWO und dem DRK, im Männergesangverein und bei den Schützen. Heute hofft der 83-Jährige noch auf ein paar schöne Jahre. Und weicht seiner Heimat doch mal von der Seite: „Die Winter verbringe ich auf Teneriffa.“