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Eschede Gedenken an Opfer des ICE-Unglücks
Celler Land Eschede Gedenken an Opfer des ICE-Unglücks
16:45 03.06.2011
Gedenken an die Opfer der ICE-Katastrophe vom 3. Juni 1998. Quelle: Joachim Gries
Eschede

Nach Schweigeminuten zum Zeitpunkt des Unglücks um 10.59 Uhr richtete Gisela Angermann aus Göttingen einige Worte an die Anwesenden. Sie war für Heinrich Löwen aus Vilshofen, den Sprecher der Selbsthilfe Eschede, eingesprungen, der kurzfristig verhindert war.

"Wir kommen hier her, um leichter durch den Tag zu kommen", sagte Angermann. Sie hatte bei dem Unglück ihren Sohn Klaus im Alter von 29 Jahren verloren. Angermann bezeichnete es als falsch, dass die Zeit Wunden heile. "Es wird vielleicht ein bisschen blasser", sagte die Göttingerin, die bisher keinen Jahrestag in Eschede ausgelassen hat.

Angermann sagte, es fehle noch immer eine offizielle Entschuldigung der Deutschen Bahn. Auch vermisse sie eine Hecke zwischen Gedenkstätte und den Gleisen, die seelischen Schutz biete. "Es ist jetzt 13 Jahre her." Die Gedenkstätte an sich nannte sie gelungen.

Bei dem Unglück am 3. Juni 1998 war der ICE "Wilhelm Conrad Röntgen" auf der Fahrt von München nach Hamburg aufgrund eines gebrochenen Radreifens an einer Weiche vor Eschede entgleist und hatte die Rebberlaher Brücke zum Einsturz gebracht. 101 Menschen starben bei dem schwersten Zugunglück der deutschen Nachkriegsgeschichte. "Das ganze Leben ist verändert, es ist alles auf den Kopf gestellt", sagte gestern Jakob Wild aus Bobingen. Er hatte vor 13 Jahren seine Frau Elisabeth Maria und seine gleichnamige Tochter verloren. (jg)

Von Joachim Gries