Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Eschede Glockenkolk in Eschede: BÜFE fordert "Befreiungsschlag"
Celler Land Eschede Glockenkolk in Eschede: BÜFE fordert "Befreiungsschlag"
17:31 29.06.2017
Eschede

"Uns muss ein wirklicher Befreiungsschlag gelingen", sagt Klaus Drögemüller (BÜFE). Der Fraktionsvorsitzende sieht Eschede in einer Sackgasse. Um den Ort da herauszuführen, seien "Richtungsentscheidungen nötig". Die Nachnutzung des Glockenkolks spiele dabei eine entscheidende Rolle, denn damit könne sich Eschede neu positionieren und "Ballast von Bord werfen".

Den Plänen der Verwaltung fehlt nach Ansicht der BÜFE-Ratsmitglieder allerdings eine Gesamtstrategie. "Es besteht die akute Gefahr, sich im Gestrüpp der Förderprogramme zu verzetteln und Chancen zu vertun", sagt Wilhelm Linnewedel. Fördermittel in Höhe von 1,7 Millionen Euro aus dem Städtebauförderungsprogramm des Bundes und Landes "Kleinere Städte und Gemeinden" eröffnen Eschede zwar zahlreiche Möglichkeiten, aber: "Wenn man erstmal 1,7 Millionen Euro an den falschen Stellen verbraten hat, dann ist der Drops gelutscht", warnt Drögemüller.

Vor allem die Pläne der Verwaltung, das leerstehende Oberschulgebäude in ein kommunikatives Dorfzentrum umzuwandeln, stoßen bei der BÜFE-Fraktion auf Kritik. "Wir halten ein aufgeblähtes multifunktionales Dorfhaus auf 1700 Quadratmetern für unverantwortlich. Weder unsere Vereine und Organisationen noch die Gesamtbevölkerung brauchen ein Dorfzentrum dieser Dimension", schreibt BÜFE in ihrem Dringlichkeitsantrag, mit dem sie eine Diskussion im Gemeinderat bezüglich einer Gesamtstrategie erwirken wollten. Allerdings wurde dieses Begehren wegen fehlender Dringlichkeit im Verwaltungsausschuss abgelehnt. "Es war noch nie etwas dringlicher in den letzten 50 Jahren", kommentiert Drögemüller.

Das BÜFE-Konzept sieht vor, in der alten Grundschule auf etwa 500 Quadratmetern ein kleineres Gemeinschaftshaus zu erschaffen. Angrenzend könne ein neuer Ortskern entstehen. Die zugesagten Fördermitteln sollten auf dieses Projekt umgelenkt werden. Der Oberschul-Langbau könne hingegen ein Mehrgenerationen-Wohnhaus werden. Doch zunächst fordern die BÜFE-Ratsherren eines: "Wir müssen uns im Rat über ein Gesamtkonzept austauschen."

Von Amelie Thiemann