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Eschede Glockenkolk in Eschede neu erfinden
Celler Land Eschede Glockenkolk in Eschede neu erfinden
16:52 23.06.2017
Die Gebäude am Glockenkolk in Eschede sind alle in öffentlicher Hand – viel Gestaltungsfreiheit für die Gemeinde.
Eschede

Akut ist die Situation, seit im Sommer 2015 die Escheder Außenstelle der Oberschule Lachendorf geschlossen wurde. Nun steht das größte Gebäude am Glockenkolk mit 24 Räumen und einer Gesamtfläche von rund 1700 Quadratmetern weitgehend leer. "Wir haben viel zu viele öffentliche Räumlichkeiten. Die müssen wir zusammenschrumpfen und zukunftsweisend herrichten", beschreibt Berg die Herausforderung.

Denn zum Glockenkolk gehören diverse weitere kommunale Gebäude, zum Beispiel das über 110 Jahre alte Grundschulgebäude, das aus Gründen des Brandschutzes nicht mehr für den Unterricht verwendet werden darf, und ein seit 1988 in drei Anläufen entstandenes Gebäudeensemble, das jetzt die Grundschule beherbergt, aber Mängel beim Brandschutz aufweist und nicht barrierefrei ist. Dazu kommt die Musenmöhl, die 1980 aus einem Mühlengebäude hervorging, viel Energie benötigt und im Keller Feuchtigkeitsschäden aufweist, sowie ein Jugendtreff, der als ehemaliges Wohn- und Bürogebäude einen unzureichenden Raumzuschnitt hat.

Ziel der Gemeinde ist es nun, ein Nachnutzungskonzept für das gesamte Areal zu erstellen. Das soll in enger Zusammenarbeit mit den Bürgern geschehen, versichert Berg. Bei einer Veranstaltung im vergangenen Jahr sammelte die Verwaltung Ideen der Anwesenden. "Die haben sich in vielen Punkten mit unseren Vorstellungen gedeckt", sagt der Bürgermeister. Gespräche mit Jugendlichen haben kürzlich ebenfalls stattgefunden, im Herbst wird der Austausch mit Familien gesucht.

Das Projekt eines Bürgerparks hat bereits Formen angenommen. Für den Kindergarten neben der Eschenhalle soll von der Rebberlaher Straße ein Zugang geschaffen werden. Dafür sollen der Anbau der Asylbewerberunterkunft, daran angrenzende Garagen, ein von der Kommune ersteigertes Nachbargebäude und der Jugendtreff abgerissen werden. Für den Jugendtreff sollen im Langbau der ehemaligen Oberschule zeitgemäße Räume und ein eigener Zugang geschaffen werden.

Und überhaupt soll der Langbau das neue Herzstück des Glockenkolks werden. Werkraum und Küche werden von der Grundschule genutzt. "In der mittleren Etage könnte man moderne, multifunktionale Räume schaffen", sagt Berg. So sei ein Musikraum für die Grundschule und für Vereine denkbar. Denn örtliche Vereine und Verbände hätten bereits Raumbedarf angemeldet. Auch die Schulbücherei soll in den Langbau ziehen und ihre Türen für die Einwohner öffnen. Barrierefreiheit, unter anderem durch einen Fahrstuhl, sowie moderner Brandschutz seien Grundvoraussetzung für die Pläne, betont Berg.

Dem Bürgermeister ist bewusst, dass das ehemalige Oberschulgebäude ein langweiliger "Koloss" sei. "Der Charakter des Gebäudes muss verändert werden", sagt Berg. Das sei mit passenden Materialien, Lichtelementen und einem entsprechenden Raumkonzept möglich. Als gelungenes Beispiel führt Berg das modernisierte Dorfgemeinschaftshaus in Höfer an. Ein Abriss des Gebäudes komme wohl nicht in Frage, denn die energetischen Daten seien in Ordnung.

Auch wenn das Hauptaugenmerk auf dem Langbau liegt, sollen die Grundschulgebäude nicht außer Acht gelassen werden. Die alte Grundschule und der umliegende Platz könnten im Rahmen der Verbunddorferneuerung Aschau-Niederung als neue Dorfmitte gestaltet werden. Auch für die neue Grundschule soll ein Team Pläne entwickeln.

Von Amelie Thiemann