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Eschede Höfers Schauspieler sind gespannt
Celler Land Eschede Höfers Schauspieler sind gespannt
17:46 12.03.2012
Feuerwehrleute und Tanklˆschfahrzeug aus Hˆfer sind im Film Quelle: Joachim Gries
Höfer

HÖFER. Montagabend wird es voll im Schulungsraum der Freiwilligen Feuerwehr Höfer. Gemeinsam wollen die Aktiven den Film „München 72 – Das Attentat“ ansehen. Feuerwehrleute aus Höfer und das alte Tanklöschfahrzeug spielen in dem Film eine wichtige Rolle.

Im April 2011 meldete sich die Filmproduktionsfirma bei Ortsbrandmeister Thomas Weiß. Gesucht wurde ein altes Feuerwehrfahrzeug, das bei den Dreharbeiten eingesetzt werden soll. Weiß bot mehr: „Sein“ Tanklöschfahrzeug war 1972 in Fürstenfeldbruck stationiert, auf Bundeswehr-Flugplatz, wo sich palästinensische Terroristen nach einem missglückten Einsatz der Polizei in einen Hubschrauber mit ihren Geiseln in die Luft sprengten. Elf Israelis, fünf Palästinenser und ein deutscher Polizist starben damals.

Ursprünglich sollten die Dreharbeiten in Fürstenfeldbruck stattfinden. Als der stillgelegte Bundeswehrfliegerhorst Oldenburg als Drehort genannt wurde, war Weiß erleichtert. Die Fahrt nach Bayern hätte er seinem Oldtimer nicht zugemutet. Die 178 Kilometer nach Oldenburg bewältigte der 50 Jahre alte Magirus Deutz am 7. August klaglos. Insgesamt fuhren zwölf Höferaner nach Oldenburg, der Bus der Feuerwehr mit Anhänger begleitete den Veteran. Und auch Gemeindebrandmeister Ulf Heinemann fuhr nach Oldenburg.

Dort wurde das Löschfahrzeug mit Bundeswehr-Kennzeichen versehen, Magnetschilder mit der Aufschrift „FLIEGERHORST FEURERWEHR Fürstenfeldbruck“ deckten die Beschriftung auf den Türen ab. Die Anprobe der Uniformen entschied, wer im Film eine Rolle spielte. Weiß passte nicht in die Jacke. Reiner Scharbert schaffte es mit Mühe, er sprengte einen Knopf weg. Weniger Probleme hatten die schlanken Siegfried Gramenz, Michele Riedel, und Ingo Wagner.

Bevor sich die Kameras auf sie richteten, schauten die Höferaner bei den Dreharbeiten zu. Immer wieder musste ein Polizist aus dem Panzer klettern und weglaufen. „Der ist 20 Mal gestorben“, sagt Scharbert. Bei ihnen musste die Aufnahme sofort klappen: Ein Hubschrauber explodiert nur einmal. „Die Anspannung war zu spüren“, sagt Heinemann.

Die Polizeipanzer fahren auf den Hubschrauber zu, ein Knall, der Hubschrauber explodiert und steht gleich in hellen Flammen. Die Panzer ziehen sich zurück - das Tanklöschfahrzeug kommt ins Bild, Maschinist Scharbert sitzt am Steuer, neben ihm Gruppenführer Gramenz. Riedel springt raus und geht mit dem Schlauch von rechts gegen die Flammen vor, Wagner richtet das Wenderohr oben auf dem Dach gegen den Hubschrauber. „Erst mussten wir drüber halten, sonst wäre das Feuer gleich aus gewesen“, sagt Riedel. Als der Brand gelöscht ist, sind Kamerateam und Regie zufrieden.

Der fertige Film ist am kommenden Montag um 20.15 Uhr im ZDF zu sehen. Mehr zu den Dreharbeiten, dem Film und dem Geschehen von 1972 in München steht am Freitag in der CZ.

Von Joachim Gries