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Eschede Hof Nahtz bei Eschede: Mahnwache statt Demo
Celler Land Eschede Hof Nahtz bei Eschede: Mahnwache statt Demo
10:29 18.12.2017
Unweit des Hofs von NPD-Mitglied Joachim Nahtz in Eschede haben am Samstag rund 60 Menschen gegen die ursprünglich auf dem Hof geplante Wintersonnwendfeier protestiert. Aus der Demonstration wurde kurzerhand eine Mahnwache, nachdem die Feier der Rechtsextremen abgesagt worden war. Quelle: Oliver Knoblich
Eschede

Dieckmann ist Teil des Organisatorenteams vom Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus, das bereits seit 2008 immer wieder zum Protest gegen die mehrmals im Jahr auf Hof Nahtz stattfindenden Nazi-Treffen aufruft. „Wir wollen, dass das aufhört“, erklärt sie. Denn dabei werde eben nicht nur sogenanntes „Brauchtum“ gepflegt – die extreme Rechte nutze diese Treffen auch zur Agitation und Vernetzung.

Knapp 60 Nazi-Gegner haben sich an diesem kalten Samstagnachmittag an der Kreuzung Am Dornbusch/Zum Finkenberg versammelt, um gegen die immer wieder auf dem Hof des Escheder Landwirts abgehaltenen „Brauchstumsfeiern“ zu demonstrieren. „Na(ht)zihof ausmisten“ heißt es auf Plakaten und Spruchbändern, oder auch – ganz unverblümt – „Nazis verpisst euch, keiner vermisst euch“. „Nazis und Rassisten jeglicher Art haben in Eschede und auch sonstwo einfach nichts zu suchen“, betont Charly Braun, DGB-Kreisvorsitzender im benachbarten Heidekreis.

Dass die Wintersonnwendfeier an diesem Tag abgesagt worden sei, habe aber nichts damit zu tun, dass die regelmäßigen Gegen-Demonstrationen des Netzwerks Südheide gegen Rechtsextremismus allmählich die erwünschte Wirkung zeigen würden, meint Kirsten Dieckmann. „Das hatten wir schon öfter, wenn das Gelände zu verschlammt für deren Feiern war.“ Sie ärgert sich vor allem darüber, dass es den Demonstranten nicht erlaubt ist, näher an den Hof des NPD-Mitglieds heranzukommen. „Es kann doch nicht sein, dass wir jedesmal schon darum kämpfen müssen, hier im Dornbusch zu stehen – wir müssen näher ran, um besser aufpassen zu können, was da eigentlich genau vor sich geht.“

Man werde jedoch nicht müde werden, gegen alle Formen rechtsextremer Aktivität in der Region zu protestieren, erklärt Netzwerk-Mitglied Klaus Jordan mit Nachdruck. „Das ist ein Statement, das ist unsere Art zu sagen: Wir sind da, und wir gucken hin. Wir achten darauf, dass wir auch den kleinsten Versuch von Nazi-Aktivitäten begleiten, um Öffentlichkeit herzustellen.“ Denn für seine Überzeugungen auf die Straße zu gehen, sei wichtig, findet auch der gebürtige Escheder Heiner Hohls: „Und solange ich das kann, werde ich das tun.“

Von Christina Matthies