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Eschede Hubschrauber-Landeplatz für Escheder Werkstatt
Celler Land Eschede Hubschrauber-Landeplatz für Escheder Werkstatt
17:52 31.03.2017
Freuen sich auf die handwerkliche Herausforderung: Andreas Kastner, Patrick Seemüller und Christian Kastner (von links). Quelle: Alex Sorokin
Eschede

"Wir wollen unser Angebot erweitern und schon bald Hubschrauber reparieren", kündigt der Technikermeister an. Die Anregung habe ein Kunde gebracht, der nicht nur für seine Sportwagen einen Werkstattservice in der Nähe sucht. "Er besitzt sowohl einen Hubschrauber als auch einen Tragschrauber", erzählt Seemüller. Für den Hubschrauber-Landeplatz muss vor der Werkstatt ein Unterstand weichen, außerdem müssen zwei Bäume gefällt werden.

Einfacher lässt sich die Landebahn für Tragschrauber realisieren. Die ultraleichten Fluggeräte ähneln zwar einem Hubschrauber, doch statt von einem Triebwerk wird der Rotor passiv durch den Fahrtwind in Drehung versetzt. Rund 28 Meter benötigt ein Tragschrauber zum Landen. "Hinter der Werkstatt haben wir eine Wiese, die dafür passt", sagt Seemüller. Bisher arbeiten acht Mitarbeiter für die Escheder Werkstatt, für das neue Angebot werden zwei weitere Stellen geschaffen. Seemüller hat zwei Fluggerätemechaniker vom Fliegerhorst Faßberg für das Projekt gewinnen können. Der Geschäftsmann strebt nach Innovation. "Das ist die Zukunft. Die Autos gehen in die Luft", versichert er.

Unterstützung erhält der Werkstattbetreiber außerdem von der angrenzenden Lackiererei Kastner. Andreas und Christian Kastner haben bereits einen Hebekran unter die Hallendecke montiert, damit lassen sich auch Hubschrauber und Tragschrauber bewegen. Gemeinsam bieten Seemüller und die Lackiererei Kastner einen Rundum-Service für die Fluggeräte an – einmalig in Niedersachsen.

Eschedes Bürgermeister Günter Berg unterstützt die Erweiterung der Werkstatt. "Ich finde es eine großartige Idee, die unsere Straßen entlasten wird", sagt Berg. Wann er selbst vom Auto auf einen Hubschrauber umsteigt, wollte der Bürgermeister noch nicht preisgeben.

Der Gemeinderat hat die Änderung des Flächennutzungsplans sowie den Bebauungsplan bereits beschlossen. Knapp 150.000 Euro kostet das Projekt, rund 80 Prozent werden durch Fördermittel vom Bund und dem Land Niedersachsen finanziert. Die Gemeinde steuert lediglich die Straßenschilder bei, die auf Flugverkehr hinweisen.

Von Amelie Thiemann