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Eschede "Ich bleibe als Ausbilder"
Celler Land Eschede "Ich bleibe als Ausbilder"
16:17 04.03.2012
Kreissch¸tzentag in Eschede. - Kurt Beyer Quelle: Alex Sorokin
Eschede

„Gut geht es mir“, sagt Kurt Beyer und wirkt kein bisschen wehmütig. Es ist Sonnabend, der 3. März und der Kreisschützenverband Celle Stadt und Land hat ein straffes Programm: Heute wird gegrüßt, geehrt, gewählt. Unter anderem steht das Amt des Kreissportleiters zur Disposition. „Kurti“ tritt nicht mehr an. Nach 39 Jahren endet die Ära des Kreishauptsportleiters, eine neue beginnt.

Ans Aufhören denkt Beyer nicht. „Ich bleibe als Ausbilder“ sagt er. Die Jugendarbeit hat der Mann von der Altstädter Schützengilde geprägt und das soll auch so weiter gehen. „Ich gehe weiter in die Vereine“, kündigt er an; vor allem den Zwergen will er sich widmen. Zum Dank ernannte ihn sein Verband zum Ehren-Kreishauptsportleiter, zudem erhielt er das Ehrenkreuz mit Brilliant.

Stolz ist Beyer auf seine lange Zeit als Kreissport- und Hauptsportleiter, „auf die Grundlagen, die ich geschaffen habe.“ Er denkt an das Ältestenschießen, das Auflagenschießen, die Arbeit mit den Zwergen. Und, ganz wichtig, gerade an diesem Tag: „Die Einhaltung des Waffengesetzes. Das hat Vorrang vor allem anderen.“ Beyer nickt als er zurückdenkt. „Ich hatte dabei immer Rückhalt.“

Und sein Nachfolger? „Der hat alles drauf“, sagt Beyer über Thomas Klinkert vom Schützencorps Neuenhäusen, bis dato sein Vertreter. „Durchhaltevermögen braucht er. Er muss alle auf einen roten Faden einordnen.“ Eine Linie sei wichtig, eine klare Richtung für den Sport. Neuer Vertreter Klinkerts ist Dirk Meyer vom Schützenverein Eschede.

Sein Verband wird ihn vermissen, auch wenn er nicht ganz weg ist. „Es ist schade, dass wir so viel Erfahrung verlieren“, bedauert der Kreisvorsitzende Wilfried Ritzke vom Schützenverein Höfer. „Es ist sehr emotional“, sagt er später.

„Ich habe alles aufgeschrieben, was Kurti geleistet hat und werde es hier vortragen. Es sind 40 Seiten“, kündigt Edmund Hoffmann von der Schützengesellschaft Oldau den Delegierten der Schützenvereine an. Bei der Aufzählung der Verdienste hält der stellvertretende Kreisvorsitzende sich dann doch zurück. Die Schützen wissen, was Beyer für sie getan hat. Ein Dreifaches „Gut Ziel!“ gibt es für ihn, und langen Applaus.

„Schießsportlich war er wie ein Vater für mich“, sagt Klinkert über seinen Vorgänger. Seit der ersten Begegnung, irgendwann um 1985 rum. Klinkert nahm an Lehrgängen Beyers teil, wurde schließlich sein Stellvertreter. Harmonisch soll es weitergehen, wünscht sich Klinkert für seine eigene Zeit als Kreissportleiter. Und erfolgreich, vor allem bei der Jugendarbeit. Da geht der Schützenverein Großmoor voran, mit 19 neuen Mitgliedern hatte er im vergangenen Jahr den größten Zuwachs. Neue stellvertretende Kreisjugendsprecherin ist Vanessa Syrke.

Selbst noch jung ist der Schützenverein Höfer, Gastgeber an diesem Abend in der Escheder Glockenkolkhalle. „100 Jahre, das ist kein Alter“, sagte Bürgermeister Michael Cruse, „aber es ist der älteste Verein in Höfer“. Im Schützenwesen wird 2012 ein Festjahr für die Gemeinde.

Von Isabell Prophet