Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Eschede Ist Vollsperrung der L 281 bei Starkshorn wirklich notwendig?
Celler Land Eschede Ist Vollsperrung der L 281 bei Starkshorn wirklich notwendig?
17:15 08.11.2017
Die Landesstraße 281 bei Starkshorn ist seit Mitte Oktober voll gesperrt – doch ist das wirklich notwendig? Ein Leser meldete sich bei der CZ mit der Information, dass die Straße trotz Bauarbeiten am Radweg gut befahrbar sei. Quelle: David Borghoff
Starkshorn

"Die Straße ist völlig frei", meldete sich ein Leser bei der CZ. Er sei die gesperrte Strecke trotz Verbotsschildern mit seinem Wagen gefahren. Bisher hätten die Bauarbeiten lediglich den Radweg eingeschlossen, die Straße sei noch problemlos befahrbar, erzählt er. Lediglich auf einer Fahrbahn würden Fahrzeuge stehen und Material gelagert werden. "Warum ist die Straße trotzdem voll gesperrt?", fragt der Leser. "Könnte man den Verkehr nicht mit einer Ampel regeln?"

Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Verden verweist auf CZ-Anfrage auf die gültigen Vorschriften. "Die vorhandene Fahrbahnbreite der Landesstraße 281 ist mit etwa 5,60 Metern zu gering, um den fließenden Verkehr inklusive Radfahrer mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand an der Baustelle vorbeizuführen", teilte Mitarbeiter Rick Graue mit. Eine mobile Ampelschaltung sei keine Option, denn: "Insbesondere die arbeitsschutzrechtlichen Vorschriften können aufgrund der sehr schmalen Fahrbahn bei einer halbseitigen Sperrung nicht eingehalten werden."

Auch wenn das Augenmerk zurzeit auf dem Neubau des Radwegs liege, würden zusätzlich einige Schäden der Fahrbahn saniert werden. Darüber hinaus müsse die Straße gesperrt werden, damit beispielsweise Erdarbeiten und die Beschickung der Fertiger reibungslos ablaufen könnten.

Auch die umliegenden Flächen des Naturparks Südheide spielen bei der Vollsperrung eine Rolle. Da sich im Bereich des neu zu bauenden Radwegs teilweise naturschutzrelevante Flächen befinden und die Radwegtrasse durch das Trinkwasserschutzgebiet Garßen verläuft, müssen die Arbeiten laut Graue von der Straße aus erfolgen. "Zum Schutz wertvoller Vegetationsbestände" wurden außerdem auf einer Länge von rund zwei Kilometern sogenannte Schutz- und Markierungszäune aufgestellt. Mit den Bauarbeiten für den Radwegneubau befinde man sich im Zeitplan, teilte Graue mit.

Der Neubau des Radwegs beginnt am Radfernweg Hannover–Lüneburg in Starkshorn und schließt in der Marinesiedlung an den vorhandenen Radweg an. Die Gesamtkosten der Sanierung und des Radwegneubaus belaufen sich auf rund 1,1 Millionen Euro. Die L 281 bleibt voraussichtlich noch bis Ende Dezember voll gesperrt.

Von Amelie Thiemann