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Eschede Kriegerdenkmal in Endeholz: Gefallene sollen Platz wieder einnehmen
Celler Land Eschede Kriegerdenkmal in Endeholz: Gefallene sollen Platz wieder einnehmen
17:46 09.01.2014
Mit seinem Auto pflügte ein junger Eldinger vor knapp zwei Wochen durch das Kriegerdenkmal in Endeholz. Ein Schutzengel bewahrte ihn vor schweren Verletzungen. Quelle: Joachim Gries
Endeholz

Links geht‘s nach Marwede, rechts nach Eldingen. Doch der junge Mann fuhr vor knapp zwei Wochen am frühen Sonntagmorgen geradeaus, direkt an den Schildern vorbei durch den Zaun des Denkmals in Endeholz, räumte die aufgetürmten Findlinge ab, pflügte durch die Buchsbaumbüsche, krachte erneut durch den Zaun, überquerte die Straße und wurde schließlich vom kommunalen Hinweiskasten und dem Zaun am Spielplatz abgebremst. Der 24-jährige Eldinger wurde leicht verletzt, weil Alkohol im Spiel war, wurde ihm eine Blutprobe entnommen, außerdem wurde sein Führerschein sichergestellt. Der angerichtete Sachschaden wurde auf 4000 Euro geschätzt.

“Der muss einen Schutzengel gehabt haben”, sagte Eschedes Bürgermeister Günter Berg mit Blick auf den jungen Fahrer. Der Verwaltungschef geht davon aus, dass das Denkmal wieder so instand gesetzt wird, wie es vorher war. “Aber dazu müssen sich die Endeholzer äußern”, sagt er. Auch Jürgen Marwede, der neue Ortsvorsteher von Endeholz, rechnet damit, dass das Denkmal wieder aufgebaut wird.

Noch vor zwei Jahren hätte eine dicke Eiche den Wagen des Fahrers gebremst. Heute ist dort noch der Baumstumpf zu sehen. Bei einem Unfall vor rund 18 Jahren waren hier zwei Menschen ums Leben gekommen. Im Jahr 2000 wurde das 1933 eingeweihte Denkmal umgestaltet, nachdem lange darüber diskutiert worden war. “Den Helden” hatte auf einem der Steine seit dem Ersten Weltkrieg geprangt, dem später die Jahreszahlen des Zweiten Weltkriegs hinzugefügt worden waren. “Das ist nicht mehr zeitgemäß”, hatte damals Ratsherr Georg-Wilhelm Adlung festgestellt.

Seit 2000 trägt ein großer Findling zwei Tafeln mit den Namen der zehn im Ersten und der 20 im Zweiten Weltkrieg Gefallenen aus Endeholz, Kragen und Heese. Er blieb bei den Unfall unversehrt. Die „Helden“ liegen jetzt am Boden. Auch „Bismarck“ wurde verrückt, die verwitterten Findlinge mit den Inschriften „Wilhelm I.“, „Roon“, „v. Moltke“ blieben an ihrem Platz.

Nachdem die Gemeinde Endeholz bereits 1895 eine Eiche zu Ehren des ersten Reichskanzlers Otto von Bismarck gepflanzt hatte, folgten 1897 drei weitere Eichen für Kaiser Wilhelm I. sowie die Generalfeldmarschälle Helmuth von Moltke und Albrecht von Roon. 1933 waren den Bäumen kleine Findlinge mit den Namen zugeordnet worden.

Von Joachim Gries