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Eschede Metronom schließt Servicecenter im Bahnhof Eschede
Celler Land Eschede Metronom schließt Servicecenter im Bahnhof Eschede
20:07 31.05.2018
Von Christian Link
Seit mehr als zehn Jahren betreibt Metronom ein Servicecenter und Reisebüro im Bahnhof Eschede. Doch bald ist damit Schluss. Quelle: Christian Link
Eschede

Die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) Niedersachsen habe in Eschede keine "personenbediente Verkaufstelle mehr vorgesehen". Und ohne den LNVG-Auftrag ist das Servicecenter für Metronom ein Verlustgeschäft. Frahm: "Solche Center lassen sich von uns nicht mehr wirtschaftlich betreiben."

Das Servicecenter in Eschede ist ohnehin eine Ausnahmeerscheinung, weil man hier auch Reisen, Hotels und Ferienwohnungen buchen kann. "An keinem anderen Standort betreiben wir ein vollwertiges Reisebüro. Wir sind ja kein Reiseveranstalter", sagt Frahm. Mit Gastronomie hat Metronom aber leider auch nichts am Hut. Ansonsten könnte das Unternehmen in Eschede ein Café, einen Kiosk oder ein Restaurant betreiben und die Tickets nebenbei verkaufen.

Der Standort Eschede ist laut Frahm das einzige Metronom-Kundenzentrum, das von der LNVG künftig nicht mehr bezahlt wird. Viele gibt es allerdings auch nicht. Weitere Adressen sind Hamburg, Buchholz, Winsen (Luhe) und Gifhorn. Die Kosten für den Betrieb des Servicecenters Eschede nennt Frahm nicht. Es gehe aber "um mehrere zehntausend Euro" pro Jahr.

Der Bahnhof gehört der Gemeinde, die sich laut Eschedes Ortsbürgermeisterin Stephanie Bölke schon um einen Nachmieter bemüht. "Es gibt bereits Ideen", so Bölke. Mit wem die Gemeinde verhandelt, will sie nicht verraten.

"Jetzt stellt sich die Frage: Was kann man hier an diesem Standort machen", bringt Frahm das Problem auf den Punkt. Jemand der Kaffee und Brötchen verkauft, könnte nebenbei auch Fahrkarten anbieten. Doch Bölke glaubt nicht daran, dass sich ein Kiosk im Bahnhof rentieren würde. "Die Leute steigen hier ein oder aus, sie halten sich hier aber nicht auf. Das ist kein Umsteigebahnhof", sagt die Ortsbürgermeisterin.

Das Thema Servicecenter hat sich laut Bölke auf jeden Fall erledigt. Der nächste Verkehrsvertrag wird von der LNVG erst in 15 Jahren wieder ausgeschrieben. Und ansonsten gibt es niemanden, der diese Dienstleistung in Eschede bezahlen könnte.

Hans-Jürgen Geese, den AWO-Ortsvereinsvorsitzenden in Eschede, ist verärgert. "Für die Region spielt es eine große Rolle, dass die Servicestelle geschlossen wird", sagt er und beklagt: "Die Politik sagt immer, dass man die Region stärken will und dann werden die Angebote trotzdem immer weniger."

Geese hat mit mehreren Müttern gesprochen, die sich fragen, wie ihre Kinder zukünftig Fahrkarten kaufen sollen. Schließlich gibt es zwar einen Ticketautomaten, doch an dem kann man nur bargeldlos bezahlen. Aber viele Jugendlichen haben keine Kredit- oder EC-Karte.

Mit der Automaten-Umstellung hatte Metronom 2014 auf drei Automaten-Sprengungen innerhalb von wenigen Monaten reagiert, bei denen die Täter jedesmal mit dem Bargeld entkommen waren. Laut Geschäftsführer Frahm könne man aber über die Aufstellung eines Fahrkartenautomats, der auch Bargeld akzeptiert, "grundsätzlich reden".

Zudem verweist Frahm auf das Reisebüro Nölke im Ort, wo es ebenfalls Tickets zu kaufen gibt – sowohl von Metronom als auch von der Deutschen Bahn. Das Büro wäre auch ein idealer Nachmieter. Ob und unter welchen Konditionen Nölke von der viel frequentierten Celler Straße (Landesstraße 191) zum Bahnhof ziehen würde, ist jedoch offen.

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