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Eschede Moderne Ampelanlage führt zu Staus auf Escheder Nebenstraßen
Celler Land Eschede Moderne Ampelanlage führt zu Staus auf Escheder Nebenstraßen
19:12 01.06.2017
Dank neuer Ampelschaltung fließt der Verkehr auf Eschedes Hauptstraße wieder flüssiger – auf Kosten der Autofahrer auf den Nebenstraßen. Quelle: Alex Sorokin
Eschede

Autofahrer auf der Bahnhofstraße und der Albert-König-Straße müssen etwa eine Minute warten, bis sie die Escheder Verkehrsader überqueren oder auf diese abbiegen können. Wollen viele links abbiegen, kann es bei Gegenverkehr mehrere Ampelphasen dauern, bis man an der Reihe ist. Die Wartezeit von einer Minute – zu Spitzenzeiten auch mehr – muss man also eventuell mehrfach über sich ergehen lassen. Das nervt viele Escheder.

Mit diesem Unmut befasste sich der Ortsrat am Dienstagabend. Ortsbürgermeisterin Stephanie Bölke (CDU) machte zu Beginn der Diskussion klar, dass die neue Ampelanlage ihren Zweck erfüllt: „Was wir erreichen wollten, nämlich dass sich die Staus reduzieren oder auflösen, das haben wir auch erreicht.“ Die Anwohner seien „ganz glücklich“.

Peter Schaper, der auch für die FDP im Gemeinderat sitzt, kritisierte als Einwohner die Ampelsituation. „Ich stehe oft vor dieser schlechten Lösung“, sagte Schaper, der die Albert-König-Straße häufig befährt. „Die Ampelschaltung ist so wirklich ein Reinfall.“

Ihm pflichteten auch einige Ortsratsmitglieder bei. „Morgens kommen mehr Autos aus den Seitenstraßen“, stellte CDU-Ratsherr Heinrich Lange fest. Die Ampelschaltung würde das zurzeit allerdings nicht berücksichtigen. Das hatte auch SPD-Ratsherr Frank Ziesmann beobachtet: „Wenn ich aus der Bahnhofstraße komme, muss ich warten, obwohl kein Auto auf der B 191 fährt.“ Die Wartezeiten seien immer gleich. Ziesmann sagte: „Das Intervall kann schneller umschalten, dafür sind doch die Kontaktschleifen da.“

Ortsbürgermeisterin Bölke erläuterte, dass verschiedene Phasen bei der Ampelschaltung eingestellt seien. Morgens sowie am späten Nachmittag und Abend sei die Taktung an den Berufsverkehr angepasst, sodass möglichst viele Fahrzeuge in einer Ampelphase durchgeschleust würden. Laut der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr beträgt die Umlaufzeit zu diesen Spitzenzeiten 90 Sekunden, zur normalen Tageszeit 75 Sekunden und zwischen 19 und 22 Uhr 60 Sekunden. Von 22 bis 5 Uhr ist die Ampel ausgeschaltet.

Vielleicht könne man die Ampel schon eher abschalten, schlug Bölke vor. Ein entsprechender Antrag liege bereits bei der zuständigen Landesbehörde. Dafür muss zunächst eine neue Verkehrszählung durchgeführt werden. Ziesmann forderte außerdem, dass die Ampel verkehrsgerecht für die Seitenstraßen schalten solle, „wenn keine Autos auf der B 191 sind“. Zur kommenden Ortsratssitzung soll außerdem ein Vertreter der Straßenbehörde eingeladen werden, um Rede und Antwort zu stehen.

Von Amelie Thiemann