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Eschede NDR-Star hat mal in Scharnhorst gewohnt
Celler Land Eschede NDR-Star hat mal in Scharnhorst gewohnt
17:59 12.03.2017
„Hör mal'n beten to“ war das Motto vonIlka Brüggemann und Gerrit Hoss für dieplattdeutschen Alltagsepisoden. Quelle: Oliver Knoblich
Scharnhorst

„Wir wollten verhindern, dass das Plattdeutsche in den Dörfern untergeht“, erläuterte der Vorsitzende Hans Türschmann die Intention zur Gründung vor 20 Jahren. Ein Ziel, mit dem sich der Stargast des Abends, die NDR-Moderatorin Ilka Brüggemann, vollends identifizieren kann – ist sie als Redakteurin eigens für den Dialekt doch sozusagen von Berufs wegen für den Erhalt der Mundart zuständig.

Zwei Überraschungen hatte die besonders aus der Sendung „Hör mal'n beten to“ bekannte NDR-Frau im Gepäck: für die musikalische Untermalung und „für die Ogen der Fruunslüüd“ den Sänger und Gitarristen Gerrit Hoss sowie ein biografisches Detail: „Ich habe hier mal gewohnt“, verkündete sie vor dem Start ihrer Lesung. „Das ist alles so passiert, das sind Geschichten aus meinem Leben“, bestätigte sie nach der Pause, was sich der Zuhörer bei Themen wie dem Einkauf einer sündhaft teuren Tagescreme, den Gebrauch eines Hochdruckreinigers im Frühjahr und Autofahrten an der Seite ihres Mannes bereits gedacht hatte.

Allzu spannend ist Ilka Brüggemanns Leben nicht, aber das macht gar nichts. „Man drückt sich anders aus, es hört sich anders an“, beschreibt Türschmann das Besondere von Dialekten. Der Effekt lässt sich an Brüggemanns Auftritt ablesen. Langweilig wird es nicht. Es reicht, sich dem Klang der Mundart in gesprochener oder gesungener Form hinzugeben, was am Renner des Abends ganz deutlich wird: Das Zeug zum Ohrwurm hätte „Die Kuh des Herrn Pastor“ bestimmt nicht gehabt.

Von Anke Schlicht