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Eschede Neuer Polder auf der Deponie Höfer steht im Oktober bereit
Celler Land Eschede Neuer Polder auf der Deponie Höfer steht im Oktober bereit
16:42 16.09.2016
Uwe Schildmeyer oberhalb des neuen Polders 2, bei dem gerade die Basisdichtung erstellt wird.  Quelle: Joachim Gries
Aschenberg

Zurzeit verschwindet das weiße Vlies, das die darunterliegende Kunststoffdichtbahn vor Beschädigungen schützen soll, unter einer Drainageschicht aus Kies, in der das Wasser zu den Rohren gelangen kann, die zur Kläranlage führen. Am Rand schiebt eine Kettenraupe einen Begrenzungsdamm auf.

Uwe Schildmeyer steht auf Polder 1 und erläutert die Arbeiten, die unten auf der gut 2,5 Hektar großen Fläche vorgenommen werden. Der Bauingenieur ist beim Zweckverband Abfallwirtschaft für den Weiterbau der Deponie zuständig. Später soll sich der erste Bauabschnitt des neuen Polders an den bereits vorhandenen anlehnen und langsam in die Höhe wachsen.

Im April hatten die Bauarbeiten auf dem Deponiegelände begonnen. Zuerst war eine plane Fläche aus Sand hergestellt worden, hierzu waren der benachbarten Grube 60.000 Kubikmeter Sand entnommen worden. Dort klafft ein großes Loch in der Landschaft, später soll dort Polder 7 angelegt werden, aber das ist noch Zukunftsmusik.

Anschließend waren aus dem Rotenburger Raum knapp 20.000 Kubikmeter Lehm angeliefert und als natürliche Barriere eingebaut worden. Darauf folgten dann Dichtbahn, das zweilagige Vlies mit einer Sandschicht dazwischen und jetzt die 10.000 Tonnen Drainagekies sowie 20.000 Tonnen Feinkorn.

Für Hausmüll war die Deponie 1992 in Betrieb gegangen. Seit der verbrannt wird, landen auf der Deponie nur noch "Sand, Steine, Erden", wie Schildmeyer sagt. Das gering belastete Material stammt aus Abbrüchen oder aus dem Straßenbau. Davon fallen im Jahr im Landkreis Celle rund 5000 Tonnen an, ähnlich große Mengen werden aus dem Heidekreis sowie dem Landkreis Gifhorn erwartet. Etwa 50.000 Tonnen werden pro Jahr aus den Bodenreinigungsanlagen der Umweltschutz Nord GmbH angeliefert. Rund 70.000 Tonnen kommen so pro Jahr zusammen. Der neue Polder wird für die nächsten gut zehn Jahre Aufnahmekapazität bieten – Erweiterungsmöglichkeiten gibt es reichlich.

Im kommenden Jahr soll Polder 1 mit einer temporären Oberflächenabdeckung versehen werden. Die so abgefangenen Niederschläge sollen versickern, die Kläranlage wird entlastet.

Von Joachim Gries