Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Eschede Postleitzahl: Höfer schlägt Kompromiss vor
Celler Land Eschede Postleitzahl: Höfer schlägt Kompromiss vor
12:41 08.07.2014
Höfer

HÖFER. Auch im Ortsrat Höfer findet eine neue Postleitzahl für den Ort als Folge der Fusion zur Einheitsgemeinde wenig Anklang. Die Ortsratsmitglieder lehnten es ab, sich mit der Änderung von zwei Straßennamen zu befassen, die Voraussetzung dafür ist, dass künftig in allen Orten die Escheder Postleitzahl 29348 gilt. In Höfer möchte man bei der bisherigen Postleitzahl 29361 bleiben.

„Wir verhalten uns rechtswidrig, wenn wir im Melderegister an den alten Postleitzahlen für Habighorst und Höfer festhalten”, erläuterte Verwaltungsvertreter Wilfried Nieberg. Deshalb werde künftig nur noch die Postleitzahl 29348 und der Ortsname Eschede verwendet. Die Daten aus dem amtlichen Melderegister würden für viele Zwecke verwendet und etwa bei Navigationsgeräten als Datengrundlage dienen. Höfer werde künftig als Ort in amtlichen Unterlagen nicht mehr bekannt sein. Nieberg verwies darauf, dass die Deutsche Post und die kommunalen Spitzenverbände vereinbart hätten, nach der Fusion von Orten die Fusion auch postalisch bei der Anschrift zu vollziehen.

„Ich bin enttäuscht von den Vertretern des Landes. Die hätten uns das sagen können”, meinte Heinrich Garbers (CDU). Das Schreiben der Post, dass alle Orte die Escheder Postleitzahlen übernehmen müssen, hatte im März alle Vertreter im Gemeinderat und in den Ortsräten überrascht. Michael Teske warnte vor einem erheblichen Vertrauensverlust. Auch Nieberg fand es maßlos ärgerlich: „Die haben uns ins Gesicht gesagt, dass sich nichts ändert.”

Als möglicher Kompromiss wurde die Idee diskutiert, dass Höfer an seiner Postleitzahl festhalte, dahinter aber den Ortsnamen Eschede setze. Dann müssten auch keine Straßennamen geändert werden. Eine Empfehlung gab der Ortsrat nicht ab. Nieberg verwies darauf, dass das Thema den Escheder Gemeinderat beschäftigen wird. Die Sitzung findet heute ab 19 Uhr im Hotel Deutsches Haus in Eschede statt.

„Erst wenn das Problem mit den doppelten Straßennamen ausgeräumt ist, werden wir tätig“, sagte Jens-Uwe Hogardt von der Deutschen Post in Hamburg. Es sei nur eine Aufforderung an die Kommune ergangen. Der Sprecher zeigte sich verwundert, dass eine Kommune die Vorteile einer Fusion in Kauf nehme, die Konsequenzen aber nicht tragen wolle. In der überwiegenden Zahl der Fälle bei der kommunalen Neuordnung sei die Änderung glatt gelaufen, es gäbe aber auch Gebiete, wo es schwerfällig sei. „Wir streben eine Einheitlichkeit an”, sagte der Postsprecher, der auch auf mögliche negative Folgen bei Feuerwehr, Notdiensten oder Logistikunternehmen verwies. Ohne auf Höfer einzugehen, sagte Hogardt, dass jede Postleitzahl ein gewisses Volumen an Adressen beinhalte.

Von Joachim Gries