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Eschede Postleitzahlen-Streit: Eschede wartet erst einmal ab
Celler Land Eschede Postleitzahlen-Streit: Eschede wartet erst einmal ab
22:04 10.07.2014
Kann das die Lösung sein: Alte Postleitzahl mit neuer Ortsangabe? Quelle: Joachim Gries
Eschede

„Heute geht es nicht um einen Beschluss, aber wir wollen diskutieren und die Stimmung abfragen“, sagte Eschedes Bürgermeister Günter Berg, als in der Ratssitzung am Dienstag erneut das Thema Postanschriften auf der Tagesordnung stand. Der Verwaltungschef machte deutlich, dass es nur noch eine Gemeindekennziffer für alle Orte gebe. Schwierigkeiten würde die Verwendung der Ortsnamen bei der Postanschrift mit sich bringen. Das führe zu Emotionen bei den Bürgern. Berg sagte, er habe er die Kommunalaufsicht um eine Überprüfung gebeten und warte deren Stellungnahme ab.

Gerd Bakeberg (CDU) wies darauf hin, dass die Deutsche Post bemüht sei, die kommunale Neuordnung bei der Postanschrift nachzuvollziehen. Er sah im Moment keinen Anlass, aktiv zu werden, „es sei denn, wir werden von der Kommunalaufsicht dazu gewungen“. Ähnlich sah es Hans-Jürgen Soltendieck (SPD). Er unterschid zwischen dem behördlichen Teil, bei dem es um gerichtliche Ladungsanschriften oder Eintragungen ins Handelsregister geht, und der Postanschrift. „Das Bemühen der Post müssen wir nicht unterstützen“, sagte Soltendieck. Beim Festhalten an den alten Postleitzahlen würden sich vielleicht die Zustellzeiten verlängern, das habe aber jeder selber zu vertreten. „Sie können auch Ihre Telefonnummer auf den Umschlag schreiben, das kommt auch an“, berichtete er aus eigener Erfahrung.

Michael Cruse (SPD) als Ortsbürgermeister in Höfer sagte, der Bürger „ticke“ emotional und seine Argumente müssten ernstgenommen werden. „Wir wollen alles geprüft haben, damit der Bürger auch mal sagen kann, dass die Verwaltung gut gearbeitet hat.“ Den Gedanken griff Berg auf und bestätigte, dass mit dem Thema Emotionen verbunden seien. „Das sollten wir nicht unterschätzen. Wir dürfen die Menschen aber auch nicht kopfscheu machen.“ Die Änderung von Straßennamen als Voraussetzung für eine einheitliche Postanschrift war in der Sitzung kein Thema.

Von Joachim Gries