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Eschede Protest gegen Neonazis in Eschede im Dauerregen
Celler Land Eschede Protest gegen Neonazis in Eschede im Dauerregen
21:04 26.06.2016
Hier steht eine Bildunterschrift Quelle: Joachim Gries
Eschede

Bereits in der Vorwoche hatten der DGB Nordost-Niedersachsen und das Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus an gleicher Stelle eine Demonstration mit rund 100 Teilnehmern veranstaltet, weil sie das Treffen der Neonazis an diesem Termin vermutet hatten. Als es nicht stattfand, hatten die Organisationen erneut zu Protesten aufgerufen.

Begleitet war die zweistündige Veranstaltung am Samstag von Gewitter sowie Dauerregen, dem die Teilnehmer standhielten. Sie harrten an der Kreuzung aus und begleiteten jedes Fahrzeug, das zum Hof Nahtz abbog, mit ihren Trillerpfeifen. Die Autos kamen unter anderem aus den Landkreise Uelzen, Gifhorn, Stade, dem Heidekreis aber auch aus Wiesbaden. Sie mussten an den Protestbannern vorbei, die entlang der Straße aufgehängt waren.

„Wo ist der Veranstalter? Kann der nicht mal den Regen abstellen?“, fragte ironisch die SPD-Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann, die wie der Unterlüßer evangelische Pastor Wilfried Manneke und sein katholischer Kollege Günther Birken aus Bergen zu den Teilnehmern zählten. Aber auch ihre Worte halfen nicht. Polizeibeamte aus Celle sowie von der Bereitschaftspolizei aus Braunschweig waren mit neun Fahrzeugen vor Ort. Sie mussten nicht eingreifen, es kam zu keinerlei Zwischenfällen.

„Heute ist nicht alle Tage, wir kommen wieder, keine Frage“, sagte einer der Teilnehmer zum Abschluss, als die Transparente wieder eingerollt und Kirsten Dieckmann vom Celler Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus die Veranstaltung für beendet erklärt hatte. Polizeibeamte räumten die Absperrung von der Straße Am Dornbusch und gaben sie wieder für den Fahrzeugverkehr frei. Und wie auf Kommando schien dann auch wieder die Sonne.

Nach Polizeiangaben hatten sich auf dem Hof Nahtz am Samstag bis um 17 Uhr rund 50 Personen versammelt, die mit 20 Fahrzeugen angereist waren. Das Netzwerk Südheide weist immer wieder darauf hin, dass die Treffen auf dem Hof an der Escheder Peripherie keine harmlosen Brauchtumsfeiern sind, sondern der Kontaktpflege der gesamten norddeutschen Neonazi-Szene dienen und hier Termine abgesprochen und neue Aktionen vorbereitet werden.

Von Joachim Gries