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Eschede Protest gegen Wintersonnwendfeier
Celler Land Eschede Protest gegen Wintersonnwendfeier
17:36 12.12.2011
Bei den Protesten gegen die Wintersonnwendfeier vor einem Jahr war die Landesstrafle 281 von der Polizei voll gesperrt worden. Quelle: Simon Ziegler
Eschede

Erneut wird es am Sonnabend in Eschede eine Demonstration gegen die erwartete Wintersonnwendfeier von Neonazis auf dem Hof von Landwirt Joachim Nahtz geben. Der Aufruf zu den Protesten wird von über 80 Einzelpersonen, Kirchengemeinden, politischen Parteien, Gewerkschaften, Verbänden und Unternehmen unterstützt. Nie zuvor gab es eine derart breite Unterstützung für die Demonstration, die unter dem Motto „Gemeinsam gegen die Nazitreffen – Für Demokratie und Menschenrechte“ steht.

Die Veranstaltung, zu der der Arbeitskreis für Demokratie und Menschenrechte in Eschede und der DGB Nord-Ost-Niedersachsen aufrufen, beginnt um 14 Uhr am Bahnhof Eschede. Von dort bewegt sich der Protestzug über die Bahnhofstraße, Bergener und Hermannsburger Straße (Landesstraße 281) bis zur Marinesiedlung. Hier findet eine Zwischenkundgebung statt, dann geht es zurück zum Bahnhof.

Einen Stopp an der Straße „Am Finkenberg“, die zum Hof Nahtz führt, wird es nicht geben. Für den Durchgangsverkehr wird die Hermannsburger Straße während der Demonstration gesperrt, Anlieger können aber ihre Grundstücke erreichen. So wurde es im Kooperationsgespräch zwischen Veranstaltern, Landkreis Celle, Gemeinde Eschede und der Polizei vereinbart. In der Vergangenheit hatte die Vollsperrung der Landesstraße durch die Polizei vor allem bei den Anliegern für Unverständnis gesorgt.

Den Abschluss bildet von 16.30 bis 17.30 Uhr am Bahnhof die Andacht mit dem Titel „Lichter gegen Extremismus“. Hierzu laden die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Eschede und der Arbeitskreis für Demokratie und Menschenrechte in Eschede ein. Die Teilnehmer sollen Kerzen mitbringen, die Veranstalter sorgen für Getränke, Kekse und Musik.

Vorletzte Woche hatten Samtgemeinde und Gemeinde Eschede Anlieger eingeladen, die bei bisherigen Protesten von Straßensperrungen betroffen waren. Ziel war der Informationsaustausch mit dem Arbeitskreis. „Zu dem von uns geplanten Dialog ist es nicht gekommen“, sagt Samtgemeindebürgermeister Günter Berg. 200 Einladungen seien rausgeschickt worden, keine Handvoll Anlieger seien ihnen gefolgt. An dem Treffen hätten insgesamt nur 28 Personen teilgenommen. Berg sagte, die Gemeinde suche auch künftig den Austausch mit dem Arbeitskreis.

Ob am Sonnabend bei Nahtz überhaupt eine Feier stattfindet, ist offen. „Wir wissen es nicht“, sagt Berg. Beim Infoportal der so genannten Freien Kräfte Celle ist von einer „angeblich geplanten Wintersonnwendfeier volkstreuer Menschen“ die Rede.

Von Joachim Gries