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Eschede Samtgemeinde Eschede präsentiert sich tiefrot
Celler Land Eschede Samtgemeinde Eschede präsentiert sich tiefrot
16:54 30.12.2011
Bild von Albert Kˆnig - Friedhofskapelle Marwede - Schulen Gesamtensemble Quelle: Peter M¸ller
Eschede

Ein dickes Minus weist die erste Eröffnungsbilanz der Samtgemeinde Eschede aus. Bei einer Bilanzsumme von 12,2 Millionen Euro steht die Nettoposition bei -3,47 Millionen Euro. „Bei einer Konzernbilanz sieht das aber gleich ganz anders aus“, sagt Samtgemeindebürgermeister Günter Berg. Vorsorglich hat er deshalb die Zahlen von Samtgemeinde und Mitgliedsgemeinden ohne Vermögenstrennung zusammentragen lassen, um ein richtigeres Bild vermitteln zu können. Bei einer Bilanzsumme von 24,25 Millionen Euro liegt danach die Nettoposition bei 7,2 Millionen Euro. Erklären lässt sich das damit, dass der Grundbesitz - Grundstücke und Straßen - bei den Gemeinden verbucht sind.

„Die Bilanz wird sich über die Jahre mit den richtigen Werten füllen“, sagt Eschedes Kämmerer Torsten Peters mit Blick auf die Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2008. Viele Positionen in dem Zahlenwerk, das der Rat der Samtgemeinde im Oktober beschloss, beruhen auf Schätzungen, weil sich Herstellungskosten nicht mehr feststellen ließen. Oder sie wurden entsprechend den Vorgaben des Landes bewertet, wobei es aber Spielräume gab: Straßengrundstücke konnten mit 10 bis 25 Prozent des Bodenrichtwerts angesetzt werden. „Da haben wir uns moderat verhalten“, sagt Berg. Käme es nämlich zum Verkauf und würde dabei der angesetzte Wert nicht erzielt, hätte die Kommune einen Verlust zu verbuchen. Und bei Wegeflächen im Wald ist ein Verkauf nicht gänzlich ausgeschlossen.

Im Jahr 2002 hatte die Samtgemeinde begonnen, alle Werte zu erfassen. Die Aufgabe wurde gemeinsam mit den Nachbargemeinden Faßberg und Unterlüß angegangen. Damals war das Vorgehen noch sehr penibel, im Rathaus wurde quasi jedes Telefon, jeder Computer unter die Lupe genommen. Jeder Baum wurde aktenkundig, jede Straßenlampe wurde erfasst. „Im Laufe der Erfassung wurde schließlich in Teilen von den Regelungen des § 60 GemHKVO Gebrauch gemacht“, heißt es in den Vorbemerkungen zur Escheder Eröffnungsbilanz. Die Gemeindehaushalts- und -kassenverordnung erlaubt, dass auf die Erfassung beweglicher Vermögensgegenstände, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten 5000 Euro nicht überschreiten, verzichtet werden kann.

Gleichwohl sind auch kleine Positionen in der Bilanz gelandet. So zum Beispiel 32 Euro für 32 Bilder und Gemälde des Escheder Dorfmalers Albert König. Sammler würden dafür natürlich mehr auf den Tisch blättern, für den Kämmerer haben die Werke aber nur einen Erinnerungswert.

Unter dem Stichpunkt Betriebsvorrichtungen ist die Glocke in der Friedhofskapelle Marwede mit 5499,61 Euro veranschlagt. Über 200 Jahre erfolgt die Abschreibung, bei Gebäuden wird eine Frist von 90 Jahren angesetzt. Die Gebäude auf den kommunalen Friedhöfen der Samtgemeinde haben einen Wert von 73.686,72 Euro.

Peters Aufgabe ist es jetzt, die Jahresabschlüsse seit 2008 nachzuarbeiten und an die Bilanz anzupassen. 2013 sind dann die Zahlen auf der Höhe der Zeit. Dann könnte schon die Einheitsgemeinde anstehen: Die Zahlen der Samtgemeinde und ihrer vier Mitgliedsgemeinden müssten zusammengeführt werden. Genauer, als es Berg mit seiner vorläufigen Gesamtbilanz gemacht hat. Peters hofft, dass die Software mitspielt und das quasi per Knopfdruck zu erledigen ist. Dann steht künftig jedes Jahr nur noch ein Haushalt und ein Jahresabschluss an.

Von Joachim Gries