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Eschede Scharnhorster Landwirt beginnt mit Zuckerrüben-Aussaat
Celler Land Eschede Scharnhorster Landwirt beginnt mit Zuckerrüben-Aussaat
17:30 01.04.2016
Quelle: Benjamin Westhoff
Scharnhorst

Der PS-starke Motor der großen Maschine arbeitet gleichmäßig und Dirk Drögemüller fährt konzentriert Reihe für Reihe ab, um Zuckerrüben-Samen zu säen. Über den zweieinhalb Hektar großen Acker fährt der Landwirtschaftsmeister mit seinem Traktor.

„Das Wetter ist bestens. Gestern war es noch zu nass, aber heute ist es optimal, um loszulegen“, sagt der Landwirt. An dem Traktor ist ein Einzelkornsägerät für Zuckerrüben angebracht. Drögemüller zieht die Maschine mit dem Schlepper. Sie sät einzelne Körner in sechs Reihen mit einem Abstand von 50 Zentimetern. Alle zwanzig Zentimeter fällt dann in jeweils einer Reihe ein einzelner Samen aus dem Saatgutbehälter der Maschine hinunter und wird etwa einen Zentimeter unter die Erde gedrückt.

„Der Samen muss leicht von der Erde bedeckt sein, aber er darf auch nicht zu tief sitzen, sonst schafft der Keimling es nicht an die Erdoberfläche. Zwischen den Pflanzen ist so viel Platz, dass sie genug Raum zum Wachsen haben, aber auch im Sommer den Acker ordentlich bedecken, damit die Sonne die Zuckerproduktion in den Rüben anregt“, erklärt Ernst Drögemüller, Vater von Dirk Drögemüller. Er ist mit 76 Jahren inzwischen im Ruhestand, hilft aber gerne noch im Betrieb mit. Die beste Zeit, um Zuckerrüben auszusäen sei Ende März, Anfang April.

Die einzelnen Samen für die Zuckerrüben sind von einem farbigen Saatgutschutzmantel umhüllt, wobei die jeweilige Farbe auf den Hersteller hinweist. „Wir säen eine Einheit pro Hektar. Eine Einheit umfasst 100.000 Samen. Das sind demnach bei uns 250.000 Körner, die wir aussäen“, sagt Dirk Drögemüller.

Der Betriebsleiter der Bentloh KG bewirtschaftet insgesamt über 270 Hektar Fläche. Der Schwerpunkt liegt auf der Milchviehhaltung. 120 Kühe hat der Familienbetrieb inzwischen. Vor 30 Jahren waren es noch 30 Kühe. „Der Umfang ist größer geworden. Früher hatten wir 60 Hektar Fläche. Heute sind wir auch Ausbildungsbetrieb“, so der 49-Jährige.

Der Zuckerrübenanbau mache in seinem Betrieb nur einen kleinen Teil der Ackerfläche aus. Die Einnahmen tragen aber ganz gut zum Umsatz bei, so Drögemüller. „Ein Ertrag von 80.000 Zuckerrüben-Pflanzen ist ganz gut am Ende der Saison. Im vergangenen Jahr hatten wir 70 Tonnen pro Hektar. Der Preis liegt bei etwa sieben Euro pro 100 Kilogramm Zuckerrüben“, berichtet Drögemüller.

Sein Vater ergänzt, dass der Preis je nach Zuckergehalt variiert. Die Rüben haben einen Zuckergehalt zwischen 16 und 18 Prozent. Es werden regelmäßig Proben entnommen und analysiert, um den Zuckergehalt zu ermitteln. Die Zuckerrübe sei eine anspruchsvolle Frucht, die im Sommer gut bewässert werden müsse.

Insgesamt werden im Kreis Celle etwa 2200 Hektar mit Zuckerrüben bewirtschaftet, den größten Teil macht mit über 16.800 Hektar der Getreideanbau aus, gefolgt vom Maisanbau mit 14.000 Hektar, berichtet Martin Albers vom Kreisverband Celle des Landvolks Niedersachsen.

Derweil zieht Drögemüller, so wie viele andere Landwirte dieser Tage, mit seinem Traktor und dem Sägerät weiter seine Runden. Der erste Schritt für eine erfolgreiche Ernte im Herbst ist getan.

Von Jessica Poszwa