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Eschede Schlechter Empfang in Höfer? Kreis will Funklöcher identifizieren
Celler Land Eschede Schlechter Empfang in Höfer? Kreis will Funklöcher identifizieren
18:20 17.08.2017
Von Audrey-Lynn Struck
Höfer

HÖFER. Der Satz "Diese Nachricht kann nicht verschickt werden", blinkt im Landkreis Celle des öfteren auf dem Handy-Bildschirm auf. Grund dafür sind die teilweise schlecht ausgebauten Netze der einzelnen Handyanbieter. Die Kreisverwaltung mit Unterstützung des Celler Breitbandausbaus, einem Eigenbetrieb des Landkreises, wird nun aktiv.

Dieses Vorhaben dürfte nicht nur die Höferin Martina Cruse freuen, die erzählt: "Ab und zu muss ich um das Haus herum laufen, um meine Whatsapp-Nachrichten verschicken zu können." Der Telefonempfang sei meistens noch ganz gut, aber das Internet funktioniere oft nur eingeschränkt oder gar nicht. Cruses Sohn Bastian vermutet den Grund für den schlechten Empfang in Höfer zu kennen: "Wir haben hier im Dorf nur einen E-Plus-Mast. Deshalb funktionieren Anbieter wie E-Plus und O2 ganz gut und Vodafone zum Beispiel sehr schlecht." Höfer ist nicht das einzige Dorf, das unter schlechtem Empfang leidet – im Gegenteil.

Um herauszufinden, welche Bereiche besonders stark betroffen sind, führt der Landkreis Celle derzeit eine Erhebung zur Mobilfunkversorgung durch. Es sollen die Gebiete mit einer unzureichenden Mobilfunkabdeckung sowie Mobilfunklücken identifiziert werden. "Wir versuchen uns erst einmal eine Übersicht zu verschaffen", sagt Wirtschaftsförderer Daniel Eckardt, der auch der Leiter des Eigenbetriebes Breitbandausbau ist.

Der Landkreis Celle ist nur einer von 20 bis 30 Landkreisen in ganz Niedersachsen, die momentan die Mobilfunkversorgung untersuchen. Zusammen wollen sie ihre erhobenen Daten bündeln und diese dem Land Niedersachsen sowie den Mobilfunkanbietern vorlegen. "Einer alleine bewirkt nichts", so Eckardt. Aber zusammen hätten sie nicht nur "viel Power" und ihr Anliegen bekäme mehr Gehör. Sie könnten auch eine großflächige Aufstellung des Mobilfunknetzes vorlegen und somit konkreter darüber reden.

Um eine gute Grundlage für weitere Gespräche mit den Anbietern zu schaffen, ruft Eckardt alle Bürger im Landkreis Celle auf, ihre bekannten Funklöcher öffentlich bekannt zu machen. "Je mehr Daten wir haben, umso leichter fällt es uns vor den anderen Landkreisen und dem Land Niedersachsen souverän aufzutreten", sagt der Leiter des Celler Breitbandausbaus. Auf den Internet-Seiten der Celler Gemeinden wie zum Beispiel Winsen kann man auf einer Landkarte die Mobilfunklücken einzeichnen.

Bis Ende Herbst sollen alle Daten mit den anderen Landkreisen ausgetauscht werden, sagt Eckardt, sodass man mit der Aufarbeitung und Erstellung einer Übersicht beginnen könne. Anfang des kommenden Jahres hofft der Landkreis Celle, erste Gespräche mit den Mobilfunkanbietern zu führen. (als)