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Eschede Schnee gab es im Kongo nur in den Büchern aus Europa
Celler Land Eschede Schnee gab es im Kongo nur in den Büchern aus Europa
17:22 12.02.2010
Mweze Mayele hofft auf baldigen Sonnenschein. Quelle: Peter Müller
Eschede

Schnee hat Mayele in seinem Heimatland Kongo kennengelernt. In den Schulbüchern aus Europa an der Jesuitenschule, die er in Bukavu im Osten der ten Demokratischen Republik Kongo besuchte, gab es Schnee. Doch was das tatsächlich ist, erlebte er erst, als er im Februar 1999 nach Europa kam. Als er in Belgien aus dem Flugzeug stieg, war alles weiß. Dass Schnee auch mit empfindlicher Kälte verbunden ist, erfuhr er nach dem Weiterflug in Hannover, wo ihn der Schwiegervater abholte. „Ich habe mich gefragt, wie das funktioniert“, erinnert er sich: Aus der Kälte stieg er in ein wohlig warmes Auto. Und auch die warmen Wohnungen erstaunten ihn sehr.

Zuhause im Kongo gab es keine Heizung. Bei Temperaturen von durchschnittlich 25 Grad war das nicht nötig. Auch wenn es mit 20 Grad in der Nacht schon recht kühl war. Auch in der Regenzeit ab September sanken die Temperaturen nicht wesentlich.

Während des Studiums in Suderburg genoss Mayele die Winter als beste Zeit zum Lernen und Vorbereiten auf die Prüfungen. Dann konnte er sich richtig in die Bücher vertiefen, während draußen die graue Zeit vorbeiging.

„Winter ist für mich okay. Aber nicht so viel. Ich bin am Boden, wenn es keine Sonne gibt“, sagt der 38-Jährige. Ein bisschen hilft es dann, den Ofen im Wohnzimmer einzuheizen. „Ich mag es gemütlich“, sagt Mayele.

Von Joachim Gries