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Eschede Schüler treffen in Aschauteiche Flusskrebse
Celler Land Eschede Schüler treffen in Aschauteiche Flusskrebse
16:43 10.07.2014
Wolf Luttermann von der 7c schaut sich den Krebs genau an. Von den Scheren vorne hält er Abstand. Quelle: Joachim Gries
Aschauteiche

Denn das vordere Beinpaar ist bei den Krebsen zu Scheren ausgebildet, mit denen die Bewohner von Teichen und Fließgewässern ordentlich zuzwicken können. Als sich die Schüler des 7. Jahrgangs des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Aschauteiche mit Edelkrebsen, den „letzten Rittern Niedersachsen“, sowie mit den aus Nordamerika stammenden Signalkrebsen beschäftigten, floss aber kein Blut.

Fischereiberaterin Hiegel und ihr Kollege Volkmar Hinz vom Bereich Fischerei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Oldenburg zeigten zu Beginn, stellten zu Beginn des Unterrichts an der frischen Luft die Tiere vor, berichteten von den acht bis zehn Häutungen, bei denen die Krebse ihre Panzer verlassen, um wachsen zu können. Im Wasser schreiten sie gemächlich am Boden, fühlen sie sich bedroht, ziehen sie sich mit raschen Bewegungen des Schwanzes rückwärts aus der Affäre. Sie werden bis zu 20 Jahre alt, ihre Stielaugen sehen nicht gut, können aber Bewegungen oder Schatten erkennen.

Bevor die Schüler die Krebse vermaßen, wogen, Art und Geschlecht bestimmten, zeigte ihnen Hiegel, wie sie die Tiere anfassen können, ohne ihre Finger zum Ziel der Scheren zu machen. Krebse können etwa 30 Minuten außerhalb des Wassers verbringen, sie verlassen Gewässer auch aus eigenem Antrieb auf der Suche nach besserer Wasserqualität.

Anschließend hatten die Schüler die Aufgabe, Aquarien mit Steinen, Tonröhren, Wurzeln und Wasserpflanzen zu einem Lebensraum für Krebse zu gestalten und die Tiere dann in ihrem Element zu beobachten.

Das Projekt „Edelkrebse – die letzten Ritter Niedersachsens“ des Fachbereichs Fischerei wird von der Bingo-Umweltstiftung Niedersachsen gefördert. Ziel ist es, die heute seltenen und streng geschützten Edelkrebse Schülern näher zu bringen. Bis etwa 1830 gab es sie millionenfach, dann wurden sie durch die Krebspest, eine Alge, die sich wie ein Pilz vermehrt, stark dezimiert. Heute gibt es Edelkrebse in den Oberläufen von Gewässern im Harz und Solling, in Aschauchteiche werden sie gezüchtet.

Von Joachim Gries