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Eschede Stubendurchgang am Escheder Glockenkolk
Celler Land Eschede Stubendurchgang am Escheder Glockenkolk
19:04 29.09.2016
Im Schulgebäude aus dem Jahr 1903 darf aus Gründen des Brandschutzeskein Unterricht mehr stattfinden.  Quelle: Joachim Gries
Eschede

Eine Herkulesaufgabe, an deren Bewältigung Bürger, Vereine und Verbände mit Ideen und Vorschlägen beteiligt werden sollen. Nach der Auftaktveranstaltung im Juni, in der das Vorhaben umrissen wurde, erfolgte am Mittwochabend eine Begehung der Gebäude.

Und die führte den rund 60 Interessierten plastisch vor Augen, worin die Herausforderung besteht: Ein über 110 Jahre altes Schulgebäude, das aus Gründen des Brandschutzes nicht mehr für den Unterricht verwendet werden darf, ein nach dem Auszug der Oberschule weitgehend leerer Langbau von 1964 und 1967, ein seit 1988 in drei Anläufen entstandenes Gebäudeensemble, das jetzt die Grundschule beherbergt, aber Mängel beim Brandschutz aufweist und nicht barrierefrei ist. Dazu eine Escher Musenmöhl, die 1980 aus einem Mühlengebäude hervorging, viel Energie benötigt und im Keller Feuchtigkeitsschäden aufweist, und ein Jugendtreff, der als ehemaliges Wohn- und Bürogebäude einen unzureichenden Raumzuschnitt hat. Da scheinen der Abriss des Anbaus an der Obdachlosenunterkunft und des von der Kommune ersteigerten Nachbargebäudes und die Schaffung eines Bürgerparks mit neuem Kindergarten-Zugang noch die geringsten Probleme zu sein.

„Es ist noch nichts festgelegt, wir sind mitten im Prozess“, betonte Berg mehrfach. Ermittelt worden seien die Energieverbräuche der einzelnen Gebäude, die er auch nannte, die aber aufgrund der unterschiedlichen Nutzung nicht unbedingt vergleichbar sind. „Die Verbesserung der energetischen Situation haben wir immer als notwendig erachtet“, sagte Berg und verwies auf Dämmung der obersten Geschossdecke oder Einzelraumregelung im Langgebäude.

Priorität für die Verwaltung hat die Abarbeitung der Brandschutzauflagen für die Grundschule, die Aula im Obergeschoss soll wieder nutzbar gemacht werden. Klaus Drögemüller, als BÜFE-Vertreter in den neuen Rat gewählt, plädierte dafür, der Grundschule ein „Gesicht“ zu verpassen. Er warnte vor Schnellschüssen, vielmehr solle die Gesamtsituation von der Obdachlosenunterkunft bis zur Bahnhofstraße gründlich durchdacht werden.

Ginge es nach Rektorin Angela Rath, sollte zwischen Schule und Rathaus ein Atrium gebaut werden. Unten sollte es den Mittelpunkt für die Schule bilden, oben dem Rathaus Räume bieten. „Das wäre mein Traum“, sagte Rath.

Von Joachim Gries