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Eschede Tempo 30 in Eschede sicherer als Schritttempo?
Celler Land Eschede Tempo 30 in Eschede sicherer als Schritttempo?
16:33 25.01.2017
Eschede

„Wir haben 30 Jahre kein Problem gehabt“, sagte ein Anlieger des Fritz-Reuter-Wegs, als er in der Sitzung zu Wort kam. Zwei Anwohner hätten sich „in den Flicken“ und würden das Problem provozieren. Parke ein Wagen neben der schmalen Fahrbahn, werde er aufgeschrieben.

Ortsratsmitglied Frank Ziesmann, ebenfalls Anlieger am Fritz-Reuter-Weg bestätigt es: Jahrelang sei es gut gegangen, jetzt gehe es nicht mehr gut. Er verwies darauf, dass die aktuelle Situation nicht rechtssicher sei. Eine Lösung sei die Schaffung von Parkflächen, deren Kosten die Anlieger zu 90 Prozent zahlen müssten. Oder es werde Tempo 30 ausgewiesen, was dann an der Einmündung zur Sägemühlenstraße bedeutet, dass dort künftig rechts vor links gelte.

Bei Tempo 30 sei dann das Parken rechtssicher, bestätigte Ingo Lumpe von der Verwaltung. Er sprach von einer relativ kostengünstigen Lösung. Sicherlich würden nicht nur die Schilder entfernt, die die verkehrsberuhigten Bereiche ausweisen, sondern neue aufgestellt, die auf die geänderte Vorfahrt aufmerksam machen.

Keine Antwort erhielt Marlies Petersen auf ihre berechtigte Frage, wie es sein könne, dass das Parken in einer Tempo-30-Zone weniger gefährlich sei als in einer verkehrsberuhigten Zone, in der die Autos nur Schrittgeschwindigkeit fahren dürfen. Auch konnte Lumpe einem Zuhörer keine Auskunft geben, wie teuer die Markierungen von Parkplätzen auf dem Pflaster wäre.

Ortsbürgermeisterin Stephanie Bölke hatte das Problem zu Beginn allgemeiner gefasst. Grundsätzlich gelte, dass in den verkehrsberuhigten Bereichen die Anlieger heute mehr Autos hätten. Ohne ausgewiesene Parkflächen dürften sie an den Straßen nicht stehen, und auch Besucher müssten ihre Autos in den benachbarten Straßen abstellen.

„Wir sind uns weitgehend einig: Die Schilder sollen weg“, sagte ein Anlieger abschließend. Dass sich für die Nachbarn, die sich nicht ganz grün sind, damit überhaupt nichts ändert, steht auf einem anderen Blatt.

Von Joachim Gries