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Eschede Toter Wolf gehört nicht zum Escheder Wolfsrudel
Celler Land Eschede Toter Wolf gehört nicht zum Escheder Wolfsrudel
22:33 02.02.2015
Der tote Wolf bei Eschede war nicht der Escheder Wolfswelpe aus dem vergangenen Jahr. Quelle: Joachim Gries
Eschede

Das haben die ersten Untersuchungen des Kadavers am Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin (IZW) ergeben. Dorthin hatte der Escheder Wolfsberater Helge John das tote Tier Mitte Januar gebracht.

Die Experten des Instituts hätten festgestellt, dass es sich um einen “subadulten” Rüden, also um ein Jungtier handle, sagte John, der die ersten Untersuchungen in Berlin verfolgte. Das Tier sei ein Jahr und acht Monate alt und damit für den Escheder Welpen aus dem Jahr 2014 zu alt, für die beiden Elterntiere aber zu jung. Auch hätten die Fachleute in Berlin als Todesursache unfalltypische Verletzungen wie etwa einen Beckenbruch festgestellt. Das Tier hatte nach der Kollision mit einem Auto vermutlich mehrere Tage im Seitenraum neben der Bundesstraße gelegen, bevor es bei einer Müllsammelaktion entdeckt worden war. Als Wildunfall war die Kollision nicht gemeldet worden.

Bei weiteren Analysen in Berlin soll jetzt herausgefunden werden, woher der sogenannte Jährling stammt. Nach Johns Angaben könnte das Tier aus einem der niedersächsischen Rudel in Bergen oder Munster kommen. Oder es könnte zu einem lokalen Wolfs-Vorkommen gehören, das bisher nicht nachgewiesen war. Denkbar ist nach Johns Worten auch, dass der Wolfsrüde aus einem Rudel aus den neuen Bundesländern stammt und als Durchzügler auf der Suche nach einem Paarungspartner oder einem eigenen Territorium war. Genetische Untersuchungen sollen weitere Klarheit bringen.

Die Ausbeute der Fotofallen im Escheder Wolfsterritorium war in den vergangenen Wochen gering. John geht aber davon aus, dass sich die Wölfe im April wieder in dem Bereich einstellen werden, in dem im vergangenen Jahr der Welpe zur Welt kam.

Unterdessen berichtete ein Anrufer der CZ, bei Südwinsen seien am Montagmorgen zwei Wölfe gesichtet worden.

Von Joachim Gries